~ Von Ale, Bier und Met ~


Ale ist ein althergebrachter Begriff für ein fermentiertes, alkoholisches Getränk, das hauptsächlich aus gemälzter Gerste hergestellt wird, und genau in diesem kleinen Wort liegt der Unterschied zum Bier: hauptsächlich. Jedes Ale kann auch andere Zutaten enthalten. Ob man Ale eigentlich als Biersorte ansehen kann oder Bier als Alesorte, darüber werden sich die Kenner der Materie auch noch in tausend Jahren streiten. Fest steht jedenfalls, dass man im Westen der Immerlande eigentlich nur Bier - und seit dem Vierten Zeitalter auch fast ausschließlich nach imperialem Reinheitsgebot - braut, und im Osten zumeist Ale. Die Heimat des Ales sind jedenfalls die Drachenlande, die Ostlande, das Frithland und Teile Laiginsm. Berühmte Ales sind das recht starke, rehbraune Barleyvin, das Amberale, das dunkle Porter oder das bittere Heideale. Berühmt ist auch das schwarze Dal Dubh aus Laigin.

Für Biere, ganz gleich ob hell, dunkel, stark oder dünn, sind vor allem die Rhaín- und Herzlande bekannt, wo einige der bekanntesten und berühmtesten Biersorten gebraut werden, etwa das Verder Kupfer oder das Rhaíneländer Graav. In den Herzlanden braut man überall dort, wo es ausreichend Gerste zum Mälzen und Hopfen gibt aber auch einfache Land- und Hausbiere. Weithin bekannt ist auch das rauchige Wolfsbier der Zwerge.

Der Beste Met wird heute, im Fünften Zeitalter der Welt, im Norden der Immerlande aus Honig hergestellt, also in Normand, in Laigin und in Immerfrost, man kennt ihn jedoch auch in den Rhaín-, Herz- und Drachenlanden, sogar in Azurien. Es heißt, die Riesen hätten dereinst vor Urzeiten das Metbrauen erfunden, doch so genau weiß das niemand zu sagen. Gelehrte Historiker behaupten jedenfalls, auch Menschenvölker, die über Honig verfügten, hätten seit ältester Zeit schon Honigweine hergestellt. Von den Elben der Tian'Sidha, die keinen Weinbau kannten, aber Milch und Honig, weiß man jedenfalls, dass sie schon auf den Himmelsinseln ein berauschendes Getränk namens Nothaim'lasadilia, also 'berauschende Honigmilch. Auch heute stellen die Schönen in ihren Reichen in den Immerlanden Honigwein her - allerdings aus Honig und Sommerwein oder Honig und Wasser und im Süden der Immerlande gibt es Tej (gesprochen 'Tedsch').

Aufgrund der unterschiedlichen Herstellungsarten und Zutaten ist die Vielfalt der Metsorten und ihrer Geschmacksrichtungen schier unerschöpflich. Je kürzer ein Met gärt, desto süßer wird er, je länger er das tut, desto herber fällt sein Geschmack aus, desto stärker wird er allerdings auch. Des Weiteren unterscheiden sich die Metsorten immer danach, welcher Honig zur Herstellung gewählt wurde und welche Gewürze oder Früchte vielleicht noch hinzugefügt wurden. So etwas wie Metbrauereien gibt es im Norden nicht, jeder Hof, und sei er noch so klein, der Bienenstöcke besitzt, stellt seinen eigenen Met her. Es gibt auch keine einheitlichen Reinheitsgebote oder Vorschriften, nur überlieferte Rezepte, so dass das Ergebnis mitunter recht unterschiedlich ausfallen kann. Da Met in Normand jedoch einen festen Teil der Abgaben an Jarle und den König darstellt, wird er weithin gehandelt und ist ein äußerst beliebtes Getränk, nicht nur im Norden der Immerlande.



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~ Ales der Immerlande ~


Amberale


Amberale ist ein Sammelbegriff für verschiedene ostländische Ales mit einer charakteristischen, bernsteinähnlichen Farbe. Der Name kommt nicht von der Nähe der Stadt Ambar, obwohl das immer wieder behauptet wird und eine recht bekannte Amberale-Sorten auch tatsächlich in Ambar gebraut wird. Amberales werden unter Verwendung von obergäriger Hefe, Hopfen, Malz, Wasser und verschiedenen Kräutermischungen gebraut. Ihre ursprüngliche Heimat ist das Frithland, von wo aus sich diese Alesorten im Fünften Zeitalter recht rasch im Norden der Ostlande verbreiteten. Heute werden sie in allen Triadestädten in verschiedenen Variationen gebraut – als 'Ambar-Amber', 'Cardosser Goldtrunk', 'Alayzer Amberale'… die Unterschiede machen hier nur die veschiedenen, geschmacksgebenden Kräuter. Alle Amberales sind hell, wenig bitter und im Vergleich zu so mancher Biersorte eher leicht. Sie erinnern geschmacklich vor allem an Malz und Karamell und besitzen nur eine sehr sublime Bitternote. Weithin berühmt für sein Amberale – das "Drachenale", das übrigens das Original all dieser Ales ist und das älteste seiner Art – ist das Gasthaus zum "Roten Drachen" im Frithland. In den Freien Städten der Ostlande und im Frithland ist dieses Ale ein Allerweltsgetränk, sehr geschätzt und von bester Qualität, doch etwas alltägliches. Man bekommt es daher in jedem Gasthaus, in jeder Schenke und bei jedem Alefahrer auf jedem Markt. Da es nicht allzu stark ist, ist es auch ein hervorragender Durstlöscher und wird bei jeder Gelegenheit getrunken. Es wird nicht großartig gehandelt - ein paar Fuhren gehen jährlich an einige Thundrassar-Stämme, ein paar andere in den Süden Laigins, wo man allgemein jedoch eher stärkerer Ales schätzt und selbst genügend braut.

 

Barleyvin


Barleyvin ist eine sehr starke Alesorte mit einem Alkoholgehalt von mindestens 10 % bis 13 % und entsprechend hoher Stammwürze. Dieses Ale stammt aus Belgrave und wurde dort zuerst in der kleinen Stadt Barleyvin im Lehen Brae Annan gebraut, was ihm auch seinen Namen eingebracht hat. Heute wird es in ganz Belgrave hergestellt und in die gesamten Drachenlande und Triadestädte gehandelt. Barleyvin hat eine rötliche, dunkle Färbung und sein beigegoldener Schaum ist so fest, das sich auch im leeren Krug noch Strukturen davon halten. Wegen des hohen Alkoholgehaltes schmeckt es recht mild und süßlich, schlägt jedoch im Abgang ins Bittere und Hopfige um. Seine Aromen erinnern an Waldbeeren, Eichen und Uisge, sowie häufig einem feinen Weingeschmack. Es gilt als eines der besten Ales der Drachenlande und ist dort in nahezu jedem Gasthaus zu bekommen. Am besten schmeckt es zu Fleisch- und Käsegerichten, aber auch zu Eintöpfen und anderen deftigen Speisen. Vor allem die Oger - dank ihrer Masse und Größe vertragen sie ja ordentliche Mengen davon - haben eine große Schwäche für Barleyvin und verfeinern auch ganz vorzügliche Schmorgerichte damit.


 

Dal Dubh


Das berühmte, laiginer Dal Dubh ist ein schwarzes, obergäriges Ale mit einer ausgeprägten, cremefarbenen Schaumkrone. Es wird mit besonders stark gerösteter, unvermalzter Gerste und mit Gerstenmalz gebraut. Es zählt, wie auch das Porter, zu den starken Ales, was sich jedoch weniger auf den Alkoholgehalt, als mehr auf den würzigen Geschmack bezieht. Dal Dubh weist einen Alkoholgehalt von meist um die 8 - 9 % Vol. auf und besitzt eine beinahe schwarze Ebenholzfarbe mit einem ganz schwachen, dunkelbraunen Schimmer. Sein Geschmack gilt als so intensiv wie seine Färbung. Der Gerstengeschmack setzt sich deutlich gegen den Hopfen durch und die kräftigen Aromen bleiben lange im Nachgeschmack erhalten. Bitter und süß vereinen sich in diesem Ale mit seiner beinahe cremigen Konsistenz zu einem kräftigen, erfrischenden Trunk. Die Laiginer behaupten gern, ihr Dal Dubh hätte einen 'Biss' der allen anderen Ales fehlen würde und erachten dieses Ale als so etwas wie ihr Nationalgetränk – neben dem Uisge, versteht sich. Es ist jedoch kein alltäglicher Durstlöscher, sondern gehört dem wohlverdienten Feierabend im Kreis des Clans, den besonderen Anlässen, dem geselligen Beisammensein. Es fehlt auf keiner Hochzeitsfeier, keiner Clanversammlung und bei keiner Totenklage, und wird an allen Feiertagen oder bei festlichen Gelegenheiten genossen. In Laigin bekommt man dieses dunkle Ale nahezu überall für die entsprechende Münze.


 

Heideale


Dieses – recht milde – Ale wird in Hochwald, vor allem in den Lehen Meadhon, Liathcòrsa und Sgríodancòrsa aus Gersten- und Weizenmalz, Hefe, Gagel und Heidekraut gebraut, Hopfen fehlt hier völlig. In jüngster Zeit, genau genommen seitdem die Große Ostmeer-Handelsgesellschaft florierenden Überseehandel mit den Sommerinseln betreibt, ist immer wieder auch Ingwer eine beliebte, wenn auch nicht alltägliche, Zutat. Es hat mit etwa 5 % einen recht niedrigen Alkoholgehalt, eine helle, bernsteingoldene Färbung und einen malzig-süßen, erfrischenden Geschmack. Die Schaumbildung ist so gering, dass sie nicht der Rede wert ist. Heidekraut und Gagel liefern blumige Noten, der Abgang erinnert an Früchte, Honig und feine Säure. In Hochwald ist Heideale ein alltägliches Getränk, das von fast allen Clans auch zum Hausgebrauch hergestellt wird. Dank seiner Schwäche ist es ein guter Durstlöscher, es ist jedoch kein besonderes Handelsgut und außerhalb Hochwalds nur noch in den übrigen Drachenlanden bekannt.


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~ Biere der Immerlande ~

Rotes Samtbier


Rotes Samtbier stammt – wie auch das Schwarze Samtbier – aus dem Freien Fürstentum Gríanàrdan. Es ist ein obergäriges Weizenbier und wird aus Weizenmalz und Waldhopfen gebraut, wobei der Hopfenanteil jedoch recht gering ist. Rotes Samtbier ist wie sein Vetter, das Schwarze Samtbier, ein typisches Sommerbier, da man es nicht lange lagern kann. Der Stammwürzegehalt liegt meist bei irgendetwas zwischen 14 und 20 %, es ist also ein recht starkes Bier. Im Jahre 350 des Fünften Zeitalters erhielt der Lord der Mark Prentywyll das Privileg zugesprochen, nördlich der Neidra Weizenbier zu sieden, da die gesamte Gerstenernte dieses Jahres ausgefallen war. In den übrigen Herzlanden war das Brauen von Weizenbier wegen des imperialen Reinheitsgebotes verboten (und ist es auch heute noch). Der Lord von Prentywyll musste für dieses Privileg als Gegenleistung jährliche Zahlungen tätigen, was den Fürsten des Landes aufgrund chronischen Geldmangels mehr als Recht war, sicherte sich und seinem Geschlecht jedoch damit auch das Monopol auf die Samtbierherstellung. So entstanden in Prentywyll 'Weiße Brauhäuser' und Samtbiere wurden zu einer sicheren Einnahmequelle für das Lehen. Rotes Samtbier ist von heller, bronzerötlicher Färbung, durch die natürlichen Schwebstoffe der Hefe recht trüb, vollmundig und von samtiger Konsistenz, was ihm auch den Namen eingebracht hat. Es ist von hervorragendem Geschmack, stark, süffig, weich und besitzt viel Kohlensäure und Schaumbildung. Samtbier wird in der Regel endvergoren zur Nachgärung in Flaschen aus dunklem, dickwandigen Glas gefüllt. Traditionell wird Samtbier aus den sogenannten Samtbierköchern getrunken, schlanken, hohen Gefäßen aus Steingut oder kostbarem grünen Waldglas. Man bekommt Samtbiere außerhalb Gríanàrdans in jedem besseren Gasthaus der nördlichen und nordwestlichen Herzlande, allerdings meist nur von Beerenreif bis Nebelmond.

 

Schwarzes Samtbier


Geschmacklich ist Schwarzes Samtbier weicher und malziger, auch etwas süßer als Rotes Samtbier, kräftiger und ein klein wenig rauchig. Es stammt wie letztgenanntes aus dem Lehen Prentywyll in Gríanàrdan und wird seit dem Jahr 350 des Fünften Zeitalters auch nur in den 'Weißen Brauhäusern' dort gebraut. Schwarzes Samtbier unterscheidet sich von Rotem dadurch, dass das verwendete Weizenmalz vor dem Brauen stark geröstet wurde. Schwarzes Samtbier ist, wie sein Name nahelegt, tief dunkelbraun, beinahe schwarz. Es ist zumeist ein klein wenig stärker als Rotes Samtbier und kann etwas länger gelagert werden, wenn auch nicht viel. Der Stammwürzegehalt liegt häufig um die 18 – 20 %, es ist also ein ziemlich starkes Bier mit viel Kohlensäure und starker Schaumbildung. Da die Lords von Prentywyll nach wie vor als einzige das Vorrecht besitzen, Samtbier zu brauen, gilt das Schwarze Samtbier wie auch das Rote als gríanàrdische Spezialität. Man bekommt es zwar auch andernorts in den nördlichen und nordwestlichen Herzlanden in den etwas besseren und wirklich guten Gasthäusern, doch nur von Hochsommer bis Winteranfang. Samtbier wird in der Regel endvergoren zur Nachgärung in Flaschen aus dunklem, dickwandigen Glas gefüllt. Traditionell wird Samtbier aus den sogenannten Samtbierköchern getrunken, schlanken, hohen Gefäßen aus Steingut oder kostbarem grünen Waldglas.  

 

 

Verder Dunkel


Das Verder Dunkel ist wie auch das Verder Kupfer eine der beiden berühmten Biersorten aus der Stadt Schwarzfels m Freien Fürstentum Verd in den Herzlanden. Es wird aus Braumalz, Hopfen und feinster Hefe hergestellt. Das Brauwasser – dem man den Verder Bieren ihren erlesenen Geschmack nachsagt – stammt ausschließlich aus der Schwarzfelsquelle unweit der kleinen Stadt. Verder Dunkel ist ein dunkles, süßes, wenig gehopftes, schweres und untergäriges Starkbier mit einem ungewöhnlich hohen Stammwürzgehalt, was es nicht nur hervorragend schmecken lässt, sondern auch lange haltbar macht. In den Herzlanden, doch längst nicht mehr nur dort, gilt das "Verder Dunkel" als die Königin der Biere, als das beste Starkbier überhaupt. Es ist von dunkelbrauner Farbe mit kupfernen Reflexen, und besitzt feinen Glanz, zarte Perlage, weiche, samtige Konsistenz und einen cremigen, beigegoldenen Schaum. Sein Geschmack ist äußerst reichhaltig und seine Geschmacksnuancen erinnern an leicht geröstetes Karamell, gedörrte Zwetschgen, reife Blaubeeren und wecken Erinnerungen an türkischen Honig und Nüsse - und über all dem - und aufs Beste darin eingebettet - liegt eine delikate Bittere aus dunklem Malz und aromatischem Hopfen. Verder Dunkel ist sehr empfehlenswert zu kräftigem Hartkäse, zu Krustenbraten vom Schwein und vor allem zu Wildbret. In den Herzlanden ist es in jedem mittleren bis besseren Gasthaus zu bekommen und zwar etwas teurer, aber nicht unerschwinglich. Vor allem bei den Zwergen Blurraents, aber auch in Talyra, in Draingarad und Gríanàrdan erfreut es sich großer Beliebtheit.

 

Verder Kupfer


Auch das Verder Kupfer ist ein recht gehaltvolles, dunkles, untergäriges Bier, wenn auch längst nicht so stark wie das 'Verder Dunkel', die andere der beiden berühmten Biersorten aus der Stadt Schwarzfels m Freien Fürstentum Verd in den Herzlanden. Es wird aus Braumalz, Hopfen und feinster Hefe hergestellt, und das Brauwasser – dem man den Verder Bieren ihren erlesenen Geschmack nachsagt – stammt ausschließlich aus der Schwarzfelsquelle unweit der kleinen Stadt. Verder Kupfer ist von kastanienbrauner Farbe und samtigem Glanz mit kupfernen Reflexen, was ihm auch seinen Namen eingebracht hat. Sein Schaum ist recht fest und cremefarben. Verder Kupfer besitzt Röstaromen von Nüssen und gedörrten Zwetschgen, ein Hauch von ofenwarmem Laugengebäck bestimmt die Kopfnote. Sein Geschmack ist vollmundig, weich, rund, fast schon opulent und cremig, durchzogen von einer edlen Perlage. Die Bittere und Würze des Hopfens ist angenehm präsent, ohne sich zu stark in den Vordergrund zu spielen. Es passt gut zu Fleisch- und Käsegerichten, wird aber auch gern "einfach so" getrunken. In den Herzlanden ist es in jedem halbwegs guten und in allen besseren Gasthäusern zu bekommen und zwar deutlich teurer, als einfach Landbiersorten der jeweiligen Gegend, doch ein wenig erschwinglicher als das 'Verder Dunkel'.

 

Wolfsbier


Woher dieses Bier seinen Namen hat, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben, denn tatsächlich hat es rein gar nichts mit Wölfen zu tun. Es mag natürlich sein, dass die Bezeichnung recht abfällig gemeint ist, ein Äquivalent des bekannten "Rabenfraßes" etwa. Wolfsbier wurde als erstes von den Zwergen Mazandars gebraut, ist jedoch heute, im Fünften Zeitalter der Welt, das zwergische Alltagsgetränk schlechthin und bei allen Völkern der Kinder Sils von den eisigen Bergen Immerfrosts bis hinunter auf die vulkanische Sommerinsel Morr'Marzama verbreitet.

Zu seiner allerersten Entstehung gibt es eine Legende, die besagt, dass einst, nicht lange nach der Gründung der Weißen Grotten im hohen Wolkenthron, gelagerte Krettakrettpilze bei einem Brand von Rauch durchströmt worden wären. Die Zwerge, von jeher eingefleischte Feinde jeglicher Verschwendung, stellten kurzerhand ein verräuchertes Gebräu (eigentlich hätte es wohl etwas ganz Anderes werden sollen) daraus her und wider Erwarten schmeckte es ihnen – und tatsächlich auch anderen, als Angehörigen ihrer eigenen Art – so gut, dass es fortan als eigene Biersorte gebraut wurde. Seit jenen Gründungstagen Mazandars wurde Wolfsbier – die Zwerge selbst nennen es übrigens schlicht Zavarr'ivat, was so viel wie "gutes Gebräu" bedeutet – noch durch Zugabe allerlei anderer Ingredienzien… äh, nun benutzen wir ruhig den Ausdruck "verfeinert", obwohl sich darüber ganz sicher streiten lässt.

So enthält das zwergische Wolfsbier auch Anteile von - ebenfalls geräuchertem - Wuchermoos und verschiedene Steinmehle. Wolfsbier oder Zavar'ivard ist untergärig, von verhältnismäßig heller, rötlichbrauner Farbe, doch sehr gehaltvoll und stark, und eindeutig eher dunkel im Geschmack. Vor allem aber schmeckt es äußerst rauchig, zugleich salzig und erinnert am ehesten an flüssigen geräucherten Schinken oder eine ordentliche Speckschwarte. Zwerge trinken Wolfsbier in rauen Mengen und zu jeder Gelegenheit, es ist schlicht ihr Alltagsgetränk und – neben herkömmlichem Wasser – durchaus auch ihr Durstlöscher. Wolfsbier ist jedoch längst nicht mehr nur bei den Zwergen der Immerlande beliebt, sondern hat, ähnlich dem Zwergenbrand, auch Anhänger bei Menschen, Nargen, Goblins, Kobolden – sogar Feen – und anderen Völkern gefunden. Selbst die meisten Oberflächenzwerge, die der grauenhaften "Küche" ihres Volkes längst abgeschworen, so etwas wie Geschmacksnerven entwickelt haben und auch andere, wesentlich bessere Biersorten kennen, bleiben dem Zavarr'ivat ebenfalls zugeneigt und gönnen sich immer wieder einen Krug davon (oder zwei oder mehr oder viele). Im Norden, Osten und im Herzen der Immerlande bekommt man Wolfsbier demnach nahezu in jedem Gasthaus, und das sogar für recht erschwingliche Münze.

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~ Metsorten und Honigweine der Immerlande ~

 

Lasavînn


Lasavînn
bedeutet nichts Anderes als Honigwein und ist ein Met, den die Hochelben im Grünen Tal von Erryn aus vergorenem Blütenhonig und Sommerwein herstellen. Im Gegensatz zu anderen Metsorten wird er nicht mit Wasser vergoren, sondern direkt mit Wein, was ihn recht stark und eher feinherb werden lässt. Lasavînn ist von dunkelgoldener Farbe und sehr intensiv im Geschmack – der Sommerwein liefert die ausgeprägt seidigen Vanillearomen und die fruchtige Säure, der Blütenhonig die erlesene Süße eines goldenen Sommers und die schwere Wärme. Lasavînn ist außerhalb der Elbenlande so gut wie nirgends zu bekommen – bestenfalls vielleicht noch in Talyra oder in der geheimnisvollen Stadt Euwen'Nar im äußersten Süden der Rhaínlande.

 

Normander Met

Normander Met ist für gewöhnlich nicht süß, sondern eher feinherb und furchtbar stark. Es gibt ihn sowohl aus Blüten-, als auch aus Waldhonig, immer wird er jedoch mit bestem, nordischen Quellwasser hergestellt. Außerdem findet man ihn in zahllosen Geschmacksvarianten: rein, nur mit Honig, mit verschiedensten Beerenaromen - etwa Kran-, Blau- und Preiselbeeren, mit verschiedenen Kräutern, Gräsern, Gewürzen oder Mischungen aus all diesen Zutaten. Der Unterschied zu anderen Metarten stellt hauptsächlich das verlängerte Gärstadium dar – Normander lassen ihren Met sehr lange reifen – welches dem feinherben Gebräu einen wesentlich höheren Alkoholgehalt und daraus resultierende geringere Restsüße verleiht. Der beste Met, so heißt es jedenfalls im Norden, ist aus Waldhonig und kommt aus den normandischen Lehen Trondheim, Tronje und Suðurnes.

Met oder Mjöður, wie er hier genannt wird, hat einen hohen Stellenwert in Normand und gilt als besonderes Getränk und 'Trunk der Götter' in kultischen Handlungen. In Normand ist Met also sowohl Alltagsgetränk, vergleichbar mit Bier im Süden, als auch zeremonieller Trank bei Festen, Feiern, Versammlungen und religiösen Riten oder Opferhandlungen. Am besten kommt die Bedeutung des Mets in Normand wohl durch die Errichtung der gewaltigen Methalle der Könige in Kingsala oder deren etwas bescheideneren Ausgaben auf den jeweiligen Jarlsitzen zum Ausdruck – große, lange Räume mit vielen Feuerstellen, in denen der König oder ein Jarl seine Männer zusammenrufen und angemessen verköstigen oder mit Met bewirten kann. Kommen alle Jarle in Kingsala vor dem König zusammen, haben sie sogar das Recht von der Königin oder der Schwester des Königs mit Met bewirtet und willkommen geheißen zu werden.

 

Tej


Tej (gesprochen 'Tedsch') ist ein azurianischer Met, hergestellt aus Wüstenhonig, vor allem Palmhonig, Wasser und bei der Gärung zugegebenen Stängeln des Geshostrauches oder Azurianischen Faulbaumes. Tej gibt es vermutlich schon sehr, sehr lange, doch Erwähnung findet dieses Getränk zum ersten Mal erst recht spät im Werken Ruhm der Herrscher des Historikers Kebra Negest um das Jahr 2650 VZ. Dort schreibt er, die Höchsterhabene Tuoris - gemeint ist Imperatorin Tausret, die sich bei solchen Gelegenheiten gern Tuoris nennen ließ - sei beladen mit Geschenken, die 'der Größe ihres Reiches angemessen waren' nach Talebkhan gekommen, um den Emir von Rin zum Mann zu nehmen und bei ihrer Hochzeit sei der Tej in Strömen geflossen. Kebra Negest konkretisiert Tej jedoch als königliches Getränk des alten Ûr, das allein den Imperatoren und hochrangigen Adligen wie Emiren oder anderen Würdenträgern vorbehalten war. Bei Festen wurde vom Herrscher der Genuss von Tej erlaubt und zeremoniell ausgeschenkt, wobei der Adel Tej aus goldenen Schalen trank. Ansonsten wurde dem einfachen Volk Trinken und Herstellen des Honigweins nicht zugestanden – und wird es auch heute noch nicht. Der Genuss von Tej ist und bleibt in Azurien dem Adel und den Herrschern vorbehalten. Manche Gelehrte behaupten, die Zentauren hätten dereinst den Tej erfunden, ob daran etwas Wahres ist, weiß man nicht genau. Sie kennen und trinken diesen Honigwein jedoch weit weniger elitär als die Azurianer oder Badwa der südlichen Wüsten.

 

 

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