~ Die Echten Affen der Immerlande ~

 

Gorillais



Name:
Der Name Gorillai kommt vermutlich aus dem alten Lado, der Sprache der längst schon vergangenen Eboni, doch so genau weiß das heute niemand mehr zu sagen. Diese großen Affen sind fast überall als Gorillai bekannt, bei den Ashanínka der Schwesterninseln heißen sie allerdings Dàkong und auf den Sommerinseln Gurila.


Gattung:
Säugetiere/Affen/Echte Affen


Aussehen:
Die Gorillai mit allen ihren Unterarten zählen zweifellos zu den größten und auch zu den stärksten aller immerländischen Affen. Allen gemein ist der stämmige, kurzbeinige, langarmige und robuste Körperbau mit dem tonnigen, breitrückigen und äußerst muskulösen Torso, kräftigen, leicht gebeugten Beinen und enorm starken, langen Armen. Sowohl Hände als auch Füße dieser Affen sind ledrig, groß und breit, und besitzen kräftige, wenn auch kurze Daumen, die sich hervorragend zum Greifen eignen. Eine weitere Gemeinsamkeit aller Gorillai-Arten ist, dass ihre Gesichter, ihre Ohren, Handflächen und Fußsohlen stets unbehaart sind. Sie besitzen mächtige, ovale Schädel, mit zumeist hohen, fliehenden Stirnen, dicken, ausgeprägten Brauenwülsten und großen, flachen Nasenlöchern. Die ausdrucksstarken, tiefliegenden Augen sind im Vergleich zur Kopfgröße - ebenso wie die enganliegenden, überraschend zarten Ohren - verhältnismäßig klein. Es gibt hornlose wie gehörnte Gorillai-Arten, manche nennen sogar gepanzerte Rücken und Schulterplatten oder Stirnschilde ihr Eigen. Alle Gorillais bewegen sich für gewöhnlich auf allen Vieren fort, sind jedoch ausnahmslos dazu in der Lage, aufrecht auf zwei Beinen zu gehen. Manche tun dies vor allem in offenem Gelände sogar immer wieder, wenn auch nicht über längere Strecken, um sich besseren Überblick zu verschaffen oder sich gegenseitig zu beeindrucken. Vor allem die großen Männchen nutzen das Aufrichten auch als Imponiergehabe und Drohung. Die Weibchen sind bei allen Gorillai-Arten deutlich kleiner als die Männchen, alle Gorillais sind zudem schwanzlos.


Größe:
Auf den Hinterbeinen aufgerichtet können schon die beiden kleinsten Unterarten eine Körpergröße von 170 (Weibchen) bis 200 Sekheln (Männchen) erreichen, die größte Art, der Panzergorillai, wird mit aufgerichtet gut und gern 3,50 Schritt beinahe ebenso groß wie ein Grymauch.


Gewicht:
Gorillais sind nicht nur die größte, sondern auch die schwerste Affenart, wobei das Gewicht natürlich abhängig von der Körpergröße der Tiere je nach Unterart erhebliche Unterschiede aufweist. Die beiden kleinsten Unterarten, der Blauschwarze Berggorillai und der Schwarzpelz bringen zwischen 170 (Weibchen) und 275 (Männchen) Stein auf die Waage, die größte Unterart, der Panzergorillai, wiegt gut und gern zwischen 375 (Weibchen) und 500 (Männchen) Stein.


Ernährung:
Alle Gorillai-Arten ernähren sich fast ausschließlich von Pflanzen, wobei sie vornehmlich Laub, Gräser, Blätter und Sprossen fressen. Gelegentlich naschen sie jedoch auch Früchte, Nüsse, Vogeleier und - hin und wieder - frisches Aas, wenn der Zufall es ihnen beschert.


Lebensraum und Lebensweise:
Nahezu alle Gorillai-Arten – bis auf die Weißen Gorillai oder Berggeister – kommen in den tropischen und subtropischen Wäldern der südlichen Immerlande vor, vor allem also in den Bergen von Karkaar, im Sar Perduin, auf den Schwester- und Sommerinseln. Auch die Lebensweise der einzelnen Arten unterscheidet sich nur marginal je nach Lebensraum, Nahrungsangebot und ob sie in ihren Gebieten Fressfeinde haben oder nicht. Alle Gorillai-Arten sind hochintelligent, leben in kleineren Familiengruppen oder größeren Familienverbänden von etwa vier bis höchstens vierzig Tieren und haben untereinander einen äußerst starken Zusammenhalt und zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten und durchaus ein Familienleben. Die Tiere sind zu innigen persönlichen Beziehungen und einer breiten Palette an Emotionen fähig, und kümmern sich fürsorglich umeinander, um den Nachwuchs oder auch ihre alten und schwachen Gruppenmitglieder. Bei den meisten Gorillai-Arten hat nur ein dominantes Männchen die Führung inne – wie er sie anführt hängt nicht unwesentlich von seinem Charakter und seiner Erfahrung ab, bei manchen Arten kommt es auch vor, dass sich zwei Brüder oder ein Vater und ein erwachsener Sohn zumindest für eine Weile die Führung teilen, niemals jedoch zwei Männchen, die nicht eng miteinander blutsverwandt sind. Alle Gorillai sind zudem in der Lage, sich untereinander nicht nur durch Körpersprache, sondern auch mit Gesten, Gebärden und Lauten zu verständigen. Viele beherrschen auch den rudimentärsten Umgang mit einfachsten Werkzeugen, etwa flachen Steinen, Stöcken oder kleinen Ästen, etwa um Nüsse zu knacken oder in hohlen Bäumen zu stochern. Es gibt keine feste Paarungszeit, die Tragzeit dauert wie bei Menschen auch neun Monde. Zwillinge sind äußerst selten, kommen jedoch gelegentlich vor. Die Jungtiere sind ganz wie menschliche Kinder auch in den ersten drei Lebensjahren sehr abhängig von ihren Müttern, werden mindestens zwei Jahre lang, oft länger, gesäugt und liebevoll behütet. Werden sie mit zweieinhalb bis drei Jahren allmählich selbstständiger, bringen Gorillai-Mütter, aber auch andere erwachsene Tiere der Gruppe, dem Nachwuchs alles Wichtige für ein erfolgreiches Gorillai-Leben bei, auch ältere Geschwister helfen oft beim Auf- und Erziehen der Kleinsten. Ausgewachsen und geschlechtsreif werden die Weibchen etwa mit sechs bis acht Jahren, die Männchen erst mit acht bis zehn Jahren.


Verhalten gegenüber Artgenossen:
Innerhalb eines Gorillai-Familienverbandes herrscht, abhängig von dessen Größe und Zusammensetzung, meist ein recht friedliches Leben. Ernsthafter Streit kommt meist gar nicht erst auf, da ältere und erfahrene Tiere als Schlichter zur Stelle sind oder der Anführer gegebenenfalls sozusagen "ein Machtwort spricht". Hat man eine Gruppe mit vielen Tieren und am Ende noch zahlreichen aufmüpfigen Halbstarken, ist die Harmonie natürlich längst nicht so gegeben wie in einer kleinen Gruppe ohne diese Konstellation. Auch wenn mögliche Rivalen in ernstzunehmendes Alter kommen, gibt es zwischen dem Anführer und seiner potentiellen Konkurrenz hin und wieder ziemlichen Unfrieden – bis die Lage geklärt ist. Gorillai-Weibchen streiten untereinander nur in äußerst seltenen Fällen und ein Gorillai-Anführer - bei einigen Arten wegen der aufgrund von Alter und Status veränderten Fellfärbung beispielsweise auch Silber- oder Blaurücken genannt - zeigt sich seinen Söhnen oder jüngeren Brüdern gegenüber sehr duldsam, so lange sie ihm nicht ernsthaft gefährlich werden. Wenn das jedoch der Fall ist, kämpfen annähernd gleich starke Gorillai-Männchen bis zum Tod um die Herrschaft über eine Gruppe und geben erst auf, wenn der Rivale sein Leben gelassen oder besiegt das Weite gesucht hat, um sich nie wieder in diesem Revier blicken zu lassen. Fremde Gruppen, ganz gleich ob von derselben Unterart oder einer anderen, gehen sich zumeist aus dem Weg und vermeiden für gewöhnlich ernste Konfrontationen, man weiß jedoch von seltenen Fällen, in denen Gorillaiverbände, vermutlich aus schierer Not, regelrechte Kriege um bestimme Lebensräume untereinander ausgefochten haben.


Verhalten gegenüber Artfremden:
Das Verhalten gegenüber Artfremden unterscheidet sich je nach Gorillai-Art und auch je nach Lebensraum der Tiere erheblich. Die kleineren Unterarten, die in den Bergen von Karkaar und auf den Sommerinseln ja durchaus mit der Gefahr durch große Raubtiere rechnen müssen, sind scheuer und wachsamer – wenn auch nicht übermäßig ängstlich, denn auch sie sind durchaus wehrhaft – als ihre größeren Vettern. Es gibt beispielsweise nur sehr, sehr wenig, was ein Panzergorillai noch zu fürchten hat: selbst eine Helkat wird es sich zweimal überlegen, ob das Jungtier oder das Weibchen als Beute den Kampf mit dem Eisenrücken, dem dominanten Männchen einer Panzergorillai-Gruppe, wirklich wert ist. Andere Gorillai-Arten, etwa die Weißen Gorillai des Mondfallgebirges, sind auch nicht sehr scheu, doch das liegt daran, dass es in ihrer gebirgigen Heimat keine größeren Raubtiere gibt, die ihnen gefährlich werden könnten.


Lebenserwartung:
Die Lebenserwartung unterscheidet sich von Art zu Art, doch allen gemein ist ihre Langlebigkeit. Blauschwarze Berggorillai können gut und gern 50 Jahresläufe alt werden, die durchschnittliche Lebenserwartung eines Panzergorillai liegt "nur" bei etwa 35 Jahren.


Besondere Fähigkeiten:
Gorillai sind äußerst intelligent und benutzen wie manch andere Affenarten auch einfache, primitive Werkzeuge. Sie können nicht nur auf die Instinkte und das ererbte Wissen ihrer Art zurückgreifen, sondern auch Neues hinzulernen und das an ihren Nachwuchs weitergeben, wenn auch nicht in dem Umfang wie Menschen dies tun.


Items:
Leder, Knochen, Fell, Horn, Zähne

 

Blauschwarzer Berggorillai

 

 

 

 

 

~ Zurück ~