~ Die immergrünen Laubbäume der Immerlande ~

 

Aêlinorsarna oder Lebensbaum

 


 

Name:
Aêlinorsarnaes werden von den Laikeda'ya, den Elben Siams, manchmal auch Cumasarnaes "Heim-Bäume" genannt, da nicht wenige von ihnen in und/oder auf diesen Bäumen wie in Häusern wohnen.


Art:
Immergrüner Laubbaum/Magische Pflanze


Aussehen:
Aêlinorsarnaes sind gewaltige, immergrüne Riesen, die ein- oder auch mehrstämmig wachsen und nicht selten derartige Ausmaße annehmen können, dass ein einziges Exemplar von ihnen wie ein kleiner Hain für sich wirken mag. Ihre Wuchshöhen liegen zwischen 45 bis 60 Schritt, die ausladenden Kronen können mit zunehmendem Alter der Bäume Durchmesser von gut 100 bis 120 Schritt erreichen und die beeindruckenden, oft knorrigen, in sich verschlungenen Stämme, gut und gern 20 bis 25 Schritt. Auch das hohe Alter dieser ganz besonderen Bäume ist beachtenswert – mehr als tausend Jahre sind keine Seltenheit. Auf den Himmelsinseln, ihrer ursprünglichen Heimat, soll es Aêlinorsarnaes gegeben haben, welche zu Beginn des Zeitalters der Morgendämmerung schon junge Schösslinge gewesen waren. Die ältesten Lebensbäume Siams, des Wandernden Waldes, welche die Laikeda'ya pflanzten, nicht lange, nachdem die Elben zum ersten Mal ihren Fuß auf die Immerlande setzten, sind im Vergleich dazu mit knapp dreitausend Jahren noch die reinsten Kinder. Das Außergewöhnlichste an diesen Bäumen ist jedoch ihr waches Bewusstsein, ihr ganz eigener Charakter und ihre Fähigkeit, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Bewohner anzupassen. Außerdem natürlich auch die Tatsache, dass sie nicht nur untereinander über ihr weit verzweigtes, schier unendlich verflochtenes Wurzelwerk mit allen Pflanzen ihrer unmittelbaren Umgebung kommunizieren können, sondern sich auf gewisse Weise auch anderen Lebewesen mitzuteilen vermögen, und sei es nur durch Aktion und Reaktion. Vor allem sie, so mutmaßen die Gelehrten nahezu aller immerländischer Völker, sind es, die den ganzen Wald von Siam auf ihre ganz eigene und höchst geheimnisvolle magische Weise bewegen können.

Die Rinde der mächtigen Stämme dieser Baumart ist in jüngeren Jahren – in den ersten paar Jahrhunderten also – noch eher glatt und grünbraun, wird mit zunehmendem Alter jedoch rissiger und rauer, und verfärbt sich zu schimmerndem silbergrau. Ihre Blätter sind klein und oval, frisch nach dem Austrieb leicht gezahnt und von warmer, goldgrüner Färbung. Sie erinnern am ehesten an Buchenblätter, erneuern sich jedoch ständig: an Stellen, an denen bereits mehrjähriges Laub abfällt, treibt neues wieder aus. Vor allem in ihren ersten Lebensdekaden legen Aêlinorsarnaes ein erstaunliches Wachstum an den Tag – ein bis zwei Schritt im Jahr sind keine Seltenheit, nach den ersten dreißig bis vierzig Jahren wachsen sie jedoch deutlich langsamer. Lebensbäume blühen nur alle zwölf Jahre und ihre Blüten sind recht unscheinbar, winzig im Vergleich zum Rest der Bäume und zart blaugrau. Früchte bilden Aêlinorsarnaes daher auch nur jedes zwölfte Jahr. Sie entstehen als glatte, glänzende dreikantige Eckern, die ebenso blaugrau sind wie die Blüten und zu zweit in einem glatten, aber steinharten silbernen Fruchtbecher sitzen, der an eine fremdartige, aber wunderschöne Blütenknospe erinnert.


Verbreitungsgebiet und Vorkommen:
Aêlinorsarnaes gibt es bis auf drei Ausnahmen nur und ausschließlich im Wandernden Wald von Siam, wo sie sowohl in ganzen Hainen, als auch als Einzelbäume vorkommen. Die allermeisten von ihnen sind bewohnt und dienen den Laikeda'ya als lebendige Behausungen. Obwohl in Siam ganzjährig mildes und warmes Klima vorherrscht, stehen alle drei Ausnahmen dieser Bäume an deutlich kälteren und raueren Standorten. Sie gedeihen dort zwar mühelos und sind heute, im Fünften Zeitalter der Welt, auch längst zu prachtvollen Exemplaren ihrer Art herangewachsen, doch vermehren sie sich außerhalb des Wandernden Waldes nicht, blühen niemals, bilden keine Früchte und bleiben stets Einzelbäume. Der erste und älteste von ihnen steht im Valonva Shaer in Lomirion und wird von niemand anderem als Nir’ialyra Sonnenfeuer aus dem Haus der Tanzenden Winde bewohnt. Ein weiterer Aêlinorsarna findet sich nahe den Ruinen Sune'lays in den Verlassenen Landen hoch im Norden, die einst zum Elbenreich von Dúne gehörten und ist seit dem Fall Dúnes verwaist und verschlossen – er war das Heim Âshar'ascans aus dem Haus Anaryamar. Der dritte steht nördlich der Stadt Talyra am Smaragdstrand am Ildorel. Er gehört Niniane aus dem Haus der Tanzenden Winde und dient ihr und ihrer Familie als Zuhause.


Ernte:
Die Eckern der Aêlinorsarnaes reifen nur alle zwölf Jahre und werden von den Laikeda'ya nicht als Nahrung angesehen oder verwendet, obwohl sie durchaus essbar wären.


Verwendung:
Die Bäume dienen den Laikeda'ya ausschließlich als Wohnraum und Heimstatt, weder werden ihre Früchte verzehrt, noch ihr Holz anderweitig genutzt. Die Eckern dienen allerdings manchen Waldtieren und Vogelarten Siams als Nahrung.


Besonderheiten:
Im Grunde sind die Bäume als Ganzes und natürlich vor allem ihre Magie eine einzige Besonderheit. Sie haben ein Bewusstsein, einen persönlichen Charakter, sind fähig, nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Pflanzen, Tieren und höheren Lebewesen zu kommunizieren, wenn auch nicht in Worten und können ihre eigene Gestalt je nach Bedarf bis zu einem gewissen Grad verformen.

 

Aêlinorsarna

 

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