~ Amitari - Das Hohe Haus Leben ~

 

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Amitari ist die Göttin der Pflanzenwelt in ihrer ganzen, unüberschaubaren Vielfalt. Sie ist auch die Göttin der Natur und die Herrin allen pflanzlichen Lebens auf Roha, vom kleinsten Samenkorn bis zum größten Baumriesen. Von den Völkern der Immerlande wird Amitari auch gern die Spenderin der Früchte genannt. Amitari liebt und hütet als Göttin alle Dinge, die in ihren ungezählten Formen in der Erde wurzeln und wachsen. Nach Faêyris genießt sie die höchsten Ehren unter allen Göttinnen. Der ihr geweihte Mond ist der Taumond, der erste Mond des Frühlings, der die Macht des Winters bricht und neues Leben in der Erde sprießen lässt. Ihr Hohes Gestirn ist Eorda und sie ist die Gemahlin Sils. Ihr heilig sind die Katzen, ihre Attribute sind Weizengarbe und roter Mohn.

In ihren Tempeln wird Amitari seit Ankunft und Bekanntwerden der Elben in den Immerlanden auch von anderen Kulturen meist in Gestalt einer Smaragd- oder Waldelbin dargestellt, vermutlich, weil man jenen Elbenvölkern eine außerordentliche Verbundenheit zur Pflanzenwelt nachsagt. Es gibt jedoch auch noch einige ältere Tempel, in denen sie als Angehörige anderer Völker erscheint. Ihre Statuen zeigen jedoch immer eine hoch gewachsene, wunderschöne Frau, die stets ganz in grüne Blätter und zarte Blüten gekleidet ist oder ein Gewand aus Blättern und Ranken trägt. Ihr Haupt ziert eine Krone der Jahreszeiten, ein schimmernden Kranz, der aus Eiskristallen, Frühlingsblumen, Sommergetreide und Herbstlaub gleichermaßen besteht, und als Sinnbild des ewigen Kreislaufs der Natur selbst gilt.

Amitari-Tempel werden bei fast allen Völkern der Immerlande aus lebenden Materialien errichtet, meist aus Holz, das mit reichen Reliefschnitzereien versehen wurde. Sie sind nur selten aus Stein und wenn doch, so sind diese Tempel meist vollkommen überwuchert von Kletterpflanzen und rankenden Gewächsen. Amitari findet bei ausnahmslos allen Völkern der Immerlande große Verehrung, als Gemahlin Sils sogar bei den Zwergen, die in ihren unterirdischen Reichen naturgemäß nur wenig mit der Pflanzenwelt in Berührung kommen. Ob ein Volk viel Ackerbau betreibt und vom Ertrag der Felder und Weiden abhängig ist, oder ob es noch in großer Naturverbundenheit lebt, wie die Kinder der Ersten Menschen es tun, Amitari genießt allerorts in den Immerlanden ganz besondere Ehren. Ihre Schreine und Bildnisse in den Tempeln sind mit den erlesensten Blüten geschmückt und ihr werden meist Feldfrüchte, Korn und Weinranken als Opfergaben dargebracht.

Andere Namen der Göttin sind Spenderin der Früchte, Grüne Dame, Gerstenmutter oder Königin des Sommers. Der Legende nach ist sie die einzige der Zwölf Mächte, die sich je einen Thron auf den Immerlanden errichtet hat, einen sagenumwobenen Hochsitz, der im Dunkelwald verborgen liegen soll. Außer den Seharim, die allen Göttern dienen, sind auch Waldschrate und Dryaden Diener Amitaris und Bewahrer ihrer großen Schöpfung. Ein Edelstein mit besonderen Kräften ist der nach ihr benannte Amitarin, der sich auch oft als Zierde an ihren Statuen findet. Ihr Festtag ist der 21. Erntemond, der Tag der Herbsttagundnachtgleiche, das traditionelle Erntedankfest vieler immerlandscher Völker. An diesem Tag wird auch ihren Archonen besonders gedankt, auch wenn viele von ihnen ihre eigenen, kleineren Festtage im Zwölfmond haben.

Der größte – und auch einer der prächtigsten - Amitaritempel der Immerlande findet sich heute, im Fünften Zeitalter, in der Stadt Dunvegan im Herzogtum Belgrave in den Drachenlanden. Auch in den Herzlanden, vor allem in den Nebrinôrthares, in Sûrmera und Brioca stehen außerordentlich schöne Tempelanlagen dieser Göttin, ebenso wie in Culuthux, einer Stadt in Azurien, in den Rhaínlanden und auf den Sommerinseln.


Die Archonen Amitaris und des Hohen Hauses Leben:


 
Nanna
 
Nanna ist die Herrin der Blumen, des Frühlings und der Wiedergeburt. Meist wird Nanna in den Tempeln der Amitari oder in ihren eigenen, kleineren Nannaschreinen als betörend duftende, geflügelte Fee mit zarten Blütenblättern als Kleid dargestellt, gelegentlich auch als junges, noch kindliches Mädchen mit zartblondem Haar und grünen Augen. Es heißt Nanna schlafe während des Winters einen langen Schlaf, dafür wache sie das ganze übrige Jahr hindurch und schließe niemals ihre Augen, bis der erste Schnee das Land bedeckt. Manchmal wird sie auch Herrin der Blumen oder Frühlingsfee genannt. Ihr Attribut ist das knospende Nannaglöckchen, oder Schneeglöckchen, die erste aller Blumen nach dem Winter und ihr heilig ist der Wintertänzer, ein Schmetterling. Nanna ist die Schutzpatronin aller Kinder. Nannas Hoher Festtag im Jahreslauf ist der 24. Taumond.

 

Carsai
 
Carsai ist die Herrin der Aussaat und der Fruchtbarkeit. Damit gilt sie als die mächtigste Archonin Amitaris und genießt vor allem bei den sesshaften Völkern, die viel Landwirtschaft betreiben und in allen bäuerlichen Ständen hohe Ehren, ebenso wie ihre Schwester Cenia. Dargestellt wird  Carsai als Frau mit honiggoldenem Haar, hellen Augen und auffallend weiblichen Attributen und Rundungen, ganz gleich ob ihr Bildnis eine Fee, eine Koboldin, eine Menschen- oder Elbenfrau oder die Angehörige eines anderen immerländischen Volkes zeigt. Immer trägt sie jedoch einen Kranz von Frühlingsblumen im Haar. Carsai ist zugleich auch die Schutzheilige der Schwangeren und Gebärenden, und wird als solche bei allen Völkern der Immerlande, die dem Zwölfgötterglauben anhängen, sehr verehrt. Zum Schutz vor Bösem gibt man schwangeren Frauen oft eine kleine Statuette der Archonin oder ein Amulett, das ihr Abbild zeigt. Ihr Attribut ist der vierblättrige Klee, auch Carsaiklee oder Glücksklee genannt, und ihr heilig ist das Kaninchen. Ihr Festtag ist der 12. Taumond, der Beginn der Frühjahrssaat. Ihr zu Ehren werden in dieser Nacht die Carsaifeuer entzündet, die bis zum Morgengrauen brennen müssen. Durch die niedergebrannte Glut wird das Vieh dann am Morgen zum Schutz vor allem Unglück in der kommenden Weidezeit getrieben.


Cenia

 
Cenia ist die Zwillingsschwester Carsais, die Herrin der Ernten, die Göttin der Feldfrüchte, vor allem des Korns und des Ackerbaus. Sie ist auch die Schutzheilige der Bauern und aller Nutztiere. Cenia genießt hohe Ehren, vor allem bei jenen Völkern, die viel Feldbau, Land- oder Viehwirtschaft betreiben und wird natürlich von den Bauernständen besonders verehrt. Dargestellt wird Cenia sehr ähnlich wie ihre Schwester Carsai als hochgewachsene, honigblonde Frau mit hellen Augen und weiblichen Rundungen. Im Gegensatz zu Carsai ist ihre Krone jedoch aus goldenen Getreideähren und Kornblumen, und ihre Attribute sind die Sichel und das Füllhorn, das von Amitaris Gaben überquillt. Cenia heilig ist das Rind. Ihr zu Ehren werden an Amitaris Hochtag, dem 21. Erntemond, die Ceniafeuer entzündet, die ebenso wie die Carsaifeuer die ganze Nacht lang brennen, und das Ceniarind geschlachtet, dessen Blut auf den Feldern versprengt wird, um auch im kommenden Jahr reiche Ernte zu erbitten. Zum Dank an Cenia werden an diesem Tag auch die prächtigen Erntekronen aus Getreideähren und Feldblumen geflochten und Feldfrüchte in die Tempel gebracht, die nach dem Festtag an Bedürftige verteilt werden.


Sarnaisdor

Sarnaisdor ist der Herr und Hirte der Bäume, der Lord der Dryaden, der Baumgeister, und der Hüter der Wälder. Sarnaisdor wird als der Grüne Mann, ein Mischwesen aus Mensch oder Elb und einem Baum selbst dargestellt. Seine Haut ähnelt borkiger Rinde, sein Haar hat Form und Farben von Laub, seine Gliedmaßen sind wie Äste und Wurzeln, sein Bart erinnert an dichtes, grünes Moos und seine Augen sind wie die tiefen Borne von Waldteichen und Quellen. Sarnaisdor gilt als Amitaris geheimnisvollster und stillster Archon. Er genießt vor allem bei den naturverbundenen Völkern der Ersten Menschen, aber auch bei den Wald- und Smaragdelben höchste Ehren. Auch die Feen und Kobolde, deren besonderer Schutzpatron er ist, verehren ihn besonders stark und am meisten von allen Archonen Amitaris. Sein Gedenktag ist am 25. Sturmwind, an dem ihm zu Ehren nicht nur von Amitaripriestern und vielen Gläubigen, sondern auch von Gärtnern und Bauern traditionell junge Bäume gepflanzt werden. Sie sollen besonders gut gedeihen, wenn man sie am Sarnaisdortag setzt. Sein Attribut ist die Eichel, als Symbol für alle Baumfrüchte, und ihm heilig ist das Rotholz.


Warachdan

 
Warachdan ist der Herr des Herbstes, der Lord der fallenden Blätter und des Weines, aber auch der Gastfreundschaft. Damit ist dieser Archon Amitaris natürlich der Schutzpatron alle Weinbauern und Weintrinker, der Kelter und Wirte. Warachdan gilt auch als Herr der – nicht fleischlichen – Ekstase und des Rausches sowie der trunkenen Sinnesfreuden, zudem als Freund der Wahrheit oder besser gesagt unfähig zu lügen, weshalb man auch das alte Sprichwort: "Trunkene Warachdane und Narren sprechen die Wahrheit" erfunden hat. Leute, die gern und viel über den Durst trinken oder dem Weinrausch allzu oft anheimfallen, nennt man vielerorts auch einfach Warachdane. In vielen Gasthäusern gibt es kleine Warachdan-Nischen mit Statuetten des Archons, der von trinkfreudigen Gästen zum Schutz vor allzu üblem Rausch und nachfolgendem Kater angerufen wird. Dargestellt wird er in den Amitaritempeln meistens als fetter Gnom mit listigem, trunkenem Gesicht, leuchtenden Augen und einer Krone aus rotgoldenem Weinlaub samt einer Amphore und einer Weinschale in der Hand. Sein Symbol ist der Weinkelch und ihm heilig ist die Weinrebe. Warachdan trägt zahlreiche weitere Namen, etwa Sorgenbrecher, Lärmer oder Weinträumer. In den Weinbaugebieten der Immerlande finden jeden Herbst traditionell die Warachdanfeste zu Beginn der Weinlese statt, sein hoher Festtag ist der 16. Blätterfall.

 

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