~ Faêyris - Das Hohe Haus Nacht ~

 

Das Hohe Haus NachtFaêyris


 
 
Faêyris ist die Gemahlin Shenrahs, des Sonnengottes, die Göttin der Nacht, aber auch des Mondes und der Sterne. Sie ist auch die Allwissende, die Göttin der Weisheit, der Vernunft und Logik. Von allen Zwölf Mächten ist sie die von den Elbenvölkern Meistgeliebte und Höchstgeehrte. In ihrem Namen findet sich das elbische Wort für Mond, Faêr und die Elben nennen sie auch meist nur Faê'ra, die Mondfrau. Sie wird als hoch gewachsene Frau von großer Schönheit, mit blasser, silbern schimmernder Haut, nachtblauen Augen und rabenschwarzem, bodenlangem Haar dargestellt, in welchem silberne Sternenlichter funkeln. Bei den Elben hat sie die Gestalt einer Silberelbin. Oft tragen ihre Statuen in den Tempeln auch einen Sternenmantel, einen mitternachtsblauen Umhang mit funkelnden Diamantsplittern. Andere Namen für Faêyris sind Mondfrau, Königin der Nacht, Sternendame, Nachtmutter, Mondmutter oder Sternenkönigin.

Faêyris' Symbol ist der Neumond, den ihre Priester und Priesterinnen als tätowiertes Zeichen auf der Stirn tragen. Es heißt, unter ihrem dunklen Haar liege die Nacht verborgen, daher auch die Redensart "Faêyris löst ihr Haar", wenn die Abenddämmerung einsetzt. Ihr heilig sind das reine Silber, der Mondopal und das Einhorn, in dessen Gestalt sie manchmal erscheint und in einigen alten Tempeln auch anstelle einer Frau dargestellt wird. Der ihr geweihte Mond ist der Silberweiß und ihr hohes Gestirn ist der Mond Caidfaêr, während es von seinem kleinen Bruder Lorfaêr heißt, er sei "Faêyris Garten". Von Faêyris heißt es außerdem, sie sei die Mutter der Seharim, der Diener der Götter und ihrer Archonen, die sie beim Anbeginn der Zeit mit einem Lied aus Sternenstaub und Mondsilber, Nachtschwärze und allwissenden Gedanken erschaffen habe. Nach ihr ist auch die Faêyristräne benannt, ein Edelstein mit besonderen Kräften.

Die höchste Verehrung genießt Faêyris bei den Elbenvölkern, deren besondere Schutzheilige sie auch ist. Sie gilt jedoch auch als die Schutzpatronin der Hirten, Knechte und Mägde. Faêyris genießt eigentlich bei allen Völkern, die dem Zwölfgötterglauben anhängen hohe Ehren, vor allem im Süden der Immerlande, in den Städten Azuriens, aber auch in den Herz- und Drachenlanden. Wie auch Sithech hat sie zwei Hochtage im Jahreslauf – die Julnacht, die Wintersonnenwende und längste Nacht des Jahres, in welcher traditionell auch Faêyris und nicht nur Sithech gedacht wird.

Ihr eigentlicher Hochtag ist jedoch die Nacht vom 1. auf den 2. Eisfrost und der 2. Eisfrost selbst, im Volksmund auch Lichtweihe genannt. Vor allem in den Rhaínlanden, den Herz- und Drachenlanden ist der Spruch verbreitet, gegenüber der Wintersonnenwende verlängere sich der Tag 'an Neujahr um ein Männerschritt, an Lichtweih um ein Stundenritt'. An Lichtweihe werden die Lichter der Häuser geweiht, vor allem natürlich Kerzen, es ist jedoch auch ein Hirtenfest, denn ab diesem Tag setzt die Zeit des Lammens ein und die ersten Frühjahrslämmer werden geboren. Lichtweihe ist ebenso der Beginn des Bauernjahres, an dem die Arbeit wieder aufgenommen wird, und das Ende des Gesindejahres, an dem Mägde und Knechte ihren Lohn ausbezahlt bekommen.

 
Die Archonen der Faêyris' und des Hohen Hauses Nacht:
 
 
Sheilair der Träumer
 

Sheilair ist ein Archon Faêyris und der Herr des Schlafes, der Gesichte, der Visionen und der Träume. Sheilair wird als einziger Archon der Zwölf Mächte als Seharim dargestellt und hat als solcher rabenschwarzes Haar, milchweiße Haut, schwarze Augen und ein Paar gewaltiger, weißer Flügel. Sein Symbol ist der Hirtenstab und er trägt eine Harfe aus Ebenholz bei sich, deren zarter Klang der Legende nach jedes Wesen in tiefen Schlaf versetzen und wunderbare Träume bringen könne. Sheilair ist der Hüter der Traumpfade und wird manchmal auch Herr des Schlafes, Hüter der Träume oder Traumbringer genannt. Sheilair gilt als besonderer Schutzheiliger der Träumer, aber auch der Visionäre, der Schamanen und der Seher. Ihm heilig sind der Siebenschläfer und der Schlafmohn, sein Hochtag ist der 27. Goldschein, der im Volksmund auch Siebenschläfertag genannt wird.   

 
Anira

Anira ist die hoch geehrte Herrin der Heilkunst und Ruhe, eine der mächtigsten Archoninnen der Faêyris. Sie wandelt nur des Nachts und schläft der Legende nach bei Tage. Dargestellt wird Anira in fast allen Tempeln als gütige, weise Frau, mit grauem Haar und grauen Augen, die ganz in Grau gewandet ist. Ihr Symbol ist der Anirastab, ein langer Stab aus Mondbuchenholz, um den sich zwei weiße Schlangen mit saphirblauen Augen winden. Anira ist die besondere Schutzheilige aller Anirani und Heilkundigen, die in ihrem Namen auch den Aniranischen Eid schwören. Es heißt, auf ihre Bitten hin habe Sil dereinst die mächtigen Heilsteine erschaffen und im Leib Rohas verborgen, auf dass Ealaras Kinder sie irgendwann finden und sich zu Nutze machen könnten. Anira genießt bei allen Völkern der Immerlande hohe Ehren. Ihr heilig sind die Mondbuche und die Aniranatter. Ihr Hochtag im Jahreslauf ist der 24. Sonnenthron.
 

Xhinaoha
 

Xhinaoha die Weise ist die Herrin der Erkenntnis, der Klarheit und des Wissens. Xhinaoha gilt als kühl und absolut neutral, wird aber dennoch von der Allgemeinheit als Kraft des Guten verehrt. Dargestellt wird Xhinaoha in den Faêyristempeln fast aller Völker und Kulturen als hellhäutige, grauäugige Zentaurin mit weißem Haar und weißem Fell, die eine Schriftrolle und eine Schreibfeder oder einen Griffel trägt. Manchmal wird sie auch die Gelehrte, die Weise oder die Königin des Wissens genannt. Xhinaoha gilt als besondere Schutzheilige aller Gelehrten und Schriftkundigen, aber auch als Patronin der arkanen Magier und Zauberer. Nach ihr werden oft Bibliotheken und Häuser der Bücher benannt. Ihre größeren Schreine gelten als Horte des Wissens in den Immerlanden und in ihrem Tempel im Götterhain von Tianmen in den Elbenlanden findet sich die größte und älteste Bibliothek des Schönen Volkes, die Halle Xhinaohas. Ihr Symbol ist die Schriftrolle und ihr heilig ist die Schleiereule. Xhinaoha die Weise war es, welche die Magie einst in ihre fünf Ströme teilte. Ihr hoher Festtag im Jahreslauf ist der 16. Erntemond.

 
Yen
 

Yen ist der mysteriöseste Archon der Faêyris und wird auch der 'Große Schweiger' oder der 'Wächter' genannt, manchmal auch der 'Ritter des Hohen Hauses Nacht'. Yen ist der Herr der tiefen Stille, der Geheimnisse, der Mysterien und der Verschwiegenheit. In seinen Schreinen in den Faêyristempeln herrscht Grabesstille, nur ein altes, rätselhaftes Flüstern ist das einzige Geräusch. Manche seiner Diener leben auch in immerwährendem Schweigegelöbnis und sprechen nie. Yen wird als schlanker, sehr großer Mann mit dunklen Augen, beherrschten Zügen und grauem Gewand dargestellt. Er gilt als Hüter aller Geheimnisse der Welt und  als Schutzpatron der Mystiker und Geheimgelehrten. In seinem Namen werden Eide auf Geheimhaltung, die Wahrung geheimen Wissens, die Schweigepflicht oder verborgenen Wahrheiten geschworen. Ihm heilig ist die Wisperkrähe, sein Gedenktag ist der 8. Blätterfall.


Narnara

 
Narnara ist den uralten Legenden nach die Schwester Relis', eine Tochter Faêyris und Shenrahs, die Herrin der Abenddämmerung und der Sterne. So, wie Relis die Morgendämmerung entzündet und das Licht bringt, löst Narnara Faêyris langes Mitternachtshaar und bringt die Dunkelheit. Während Relis ihrem hellen, sonnigen Vater gleicht, wird Narnara eher wie Faêyris dargestellt und tritt als schöne Maid mit nachtblauen Augen und blauschwarzem Haar, blasser opalschimmernder Haut und reinem Antlitz in Erscheinung. Narnara ist die Hüterin der Sterne und die Patronin aller Sterndeuter, sie gilt zudem als Bewahrerin der Sternzeichen. Ihr heilig sind die Sternblume und der Faêyris- oder Mondschwan, der in manchen Gegenden sogar Narnaraschwan genannt wird. Narnaras Hochtag ist der 8. Beerenreif. Die Nächte zwischen dem achten und etwa vierzehnten Beerenreif heißen im Volksmund auch Narnaranächte, da in dieser Zeit besonders viele Sternschnuppen zu sehen sind, die als Glückszeichen der Archonin gelten. In den Narnaranächten gibt es vielerorts in den Immerlanden die Narnara- oder Sternreigentänze.

 

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