~ Inari - Das Hohe Haus Liebe ~

 

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Inari ist die Göttin der Liebe und Schönheit, aber auch die der Lust, Ekstase und der körperlichen Ausschweifungen. Sie genießt allerorts in den Immerlanden und unter allen Völkern höchste Ehren – wenn auch in sittenstrengeren Kulturen manchmal im Geheimen. Inari gilt in manchen Legenden als geheime Gemahlin Sithechs, des Wintergottes und Herren des Totenreiches und es ranken sich viele Mythen um die ungewöhnliche, aber tiefe Liebe der beiden so gegensätzlichen Götter. Sie vereint alle und oft vollkommen unterschiedliche Aspekte der Liebe in ihrer Macht und verkörpert die fleischlichen Genüsse der Leidenschaft ebenso wie geistige, von allem irdischen freie Liebe. Inari steht für die brüderliche Nächstenliebe, die selbstlose, opferbereite Mutterliebe oder die bedingungslose Hingabe eines Kindes an seine Eltern, für die tiefe Liebe zwischen Eheleuten, die ein ganzes Leben miteinander verbracht haben und die zarten Gefühle ersten Sehnens.

Inari gilt als schönste aller Göttinnen, als liebreizendstes aller Wesen auf Rohas weitem Rund. Ihre Bildnisse in den Tempeln sind immer die einer überirdisch schönen, makellosen Erscheinung, einer vollkommenen Frau. Oft wird sie als Elbin dargestellt, die eine schon fast unheimliche Anmut besitzt und die sowohl seharimgleich als auch animalisch wirkt, meist mit rotem Haar, heller Haut und grünen oder blauen Augen. Ihre Erscheinung kann jedoch von Region zu Region und Kultur zu Kultur sehr unterschiedlich sein, je nach dem vorherrschenden Schönheitsideal des jeweiligen Volkes eben. Allerdings vermöge es allein schon ihr Anblick, jemandem vollkommen den Verstand zu rauben, heißt es. Meist sind ihre Statuen allein vom langen Haar der Göttin verhüllt, manchmal auch völlig nackt oder nur äußerst verführerisch bekleidet.

Inari heilig sind die Inarirosen, die im Grünglanz und Goldschein blühen und auch nach der Göttin benannt wurden, und der Schwarze Panther. Der ihr geweihte Mond ist der Grünglanz und ihr hohes Gestirn ist Tana. In ihrem Namen Inari steckt auch das elbische Wort für Herz, Nar. Inari ist eine der Zwölf Mächte des Pantheons, die keinen hohen Festtag im Jahreslauf ihr Eigen nennen, sondern eine Festnacht. Die Inarinacht ist vom 31. Sturmwind auf den 1. Grünglanz und wird eigentlich überall in den Immerlanden feierlich und ausgelassen begangen. In sittenstrengeren Ländern gibt es dabei nur rituelle priesterliche Tänze und vielleicht Tanz, Musik und Festbankette, andernorts geht es wesentlich ausschweifender und handfester zu. Berühmt für ausgelassene Inarifeiern sind die Stadt Talyra am Ildorel, das Fürstentum Brioca und allgemein die südwestlichen Herzlande. Auch in den Drachenlanden genießt die Göttin hohe Ehren, ebenso wie in Azurien.

Im Norden, wo die Winter lange andauern, fällt die Inarinacht zugleich auf den Frühlingsbeginn und verschmilzt dort mit dem Frühlingsfest, bei dem zugleich Inari und Amitari als zwei Aspekten neuen Lebens gehuldigt wird. Wie auch immer Inari gehuldigt wird, Inarifeuer gehören überall zu den Festlichkeiten und vor allem frisch vermählte, Liebespaar und Eheleute sind bemüht, ein Stück Glut vom Heiligen Feuer oder einen Ast davon mit nach Hause zu tragen, denn das soll Liebe und Glück bringen.

Die Archonen Inaris und des Hohen Hauses Liebe:


Lalaid
 
Lalaid ist eine der positivsten Archoninnen Inaris. Sie ist die Herrin des Tanzes und der Freuden, des Lachens und des Humors, denn all das ist ohne Liebe zum Leben nicht möglich. Lalaid wird meist als junges Mädchen, manchmal aber auch als reife Frau dargestellt. Sie hat kupferfarbene Augen, die blitzen vor Lebensfreude und trägt viele bunte Federn in ihrem langen, kastanienroten Haar. Als Gewand trägt sie wehende, vielfarbige oder rötliche Schleier und sie wird fast nie ohne ihr Attribut, das Tamburin dargestellt. Lalaid ist stets barfuß und die Sohlen ihrer Füße sind leuchtend rot gefärbt. Ihr zu Ehren färben sich erwachsene, ledige Frauen und Witwen zu Inari die Füße rot um anzuzeigen, dass sie umworben werden dürfen und "zu haben sind". Lalaid ist der Kupferkranich heilig und ihr hoher Festtag ist der 15. Goldschein, an dem traditionell in fast allen Ländern die Lalaidtänze stattfinden, mancherorts auch Grünglanz-Tänze genannt. Lalaid ist auch die besondere Schutzheilige der Schellentänzer.

 
Damarias
 
Damarias ist der wildeste Archon Inaris, der Herr der fleischlichen Gelüste, der Wollust und Verführung. Er ist auch der Patron der Kurtisanen, die ihn besonders verehren. Damarias wird als gutaussehender, muskulöser Verführer dargestellt. In manchen Tempeln zeigen seine Statuen auch einen Sukkubus, womit er der einzige Archon ist, der wie ein Dämon dargestellt wird – als schöner, aber gefährlicher Mann mit dunklen, ledrigen Schwingen, raubtierhaftem Gebiss, roten, pupillenlosen Flammenaugen und langem, dunklem Haar. Damarias hat keinen eigenen Festtag, doch ihm zu Ehren finden in der Inarinacht die Maskentänze statt an denen viele junge, unverheiratete Männer teilnehmen in der Hoffnung, vielleicht den ein oder anderen Rotfuß oder ein anderes williges Mädchen zu verführen. Ihm heilig sind das Inarimoos und die Schattenkatze. Sein Attribut ist eine schwarze, aber überaus fein gearbeitete Maske.
 

Renaya

Renaya ist die Herrin der reinen, bedingungslosen Liebe und Zuneigung. In den meisten Inaritempeln wird sie in fast allen Kulturen und bei nahezu allen Völkern als besonders hübsche und zarte Fee – als Symbol für die Zerbrechlichkeit der Liebe, dargestellt. Ihre Statuen und Bildnisse sind oft aus hauchdünnem Harchamarmor und ihre Augen aus kostbarstem Karfunkelstein. Kleine Statuetten von ihr werden vor allem im Süden der Immerlande gerne zu Hochzeiten verschenkt und gelten als Glücksbringer in Liebesangelegenheiten. Ihr heilig sind der Karfunkelstein, der auch in der Liebe Beständigkeit und Treue sichern soll und die Unzertrennlichen. Renayas hoher Festtag ist der 8. Grünglanz, der auch ein beliebter und dem Volksmund nach gesegneter Tag für Hochzeiten ist.
 

Veissa

Veissa ist die Herrin der Eifersucht und der Hassliebe. Sie ist die impulsivste und gefährlichste von Inaris Dienerinnen und steht für die schlechten, niederen und hässlichen Empfindungen der Liebe. Man sagt über Veissa auch, dass sie, wenn sie einmal entfesselt ist, nur noch von Rhúlore, einem anderen Archon Inaris, gebändigt werden könne. Veissa wird als schöne Frau mit heller Haut und feuerrotem Haar dargestellt, ihre Augen jedoch glühen in dunkler Schwärze und ihre Eckzähne sind verdächtig spitz. Manchmal zeigen ihre Statuen auch eine hässliche Fratze als Antlitz eines sonst schönen und makellosen Körpers als Symbol dafür, dass Eifersucht Schönes in Hässliches und Liebe in ihr Gegenteil verkehren kann. Veissas ganzes Wesen ist explosiv, leidenschaftlich und gefährlich gleichermaßen, kann aber auch berechnend, ja sogar kalt werden. Der alte Spruch, die Eifersucht sei eine Leidenschaft, die mit Eifer suche, was Leiden schafft, kommt nicht von ungefähr. Veissa sind die Vipern heilig und ihr Symbol ist das gebrochene Herz. Sie hat keinen hohen Festtag, doch ihr werden viele Opfergaben gebracht, um sie milde zu stimmen und zu besänftigen.


Rhúlore
 
Rhúlore ist der gütigste Archon Inaris. Er gilt als Herr der Freundschaft, des Vertrauens und der Nächstenliebe. Es heißt, dass in seiner Anwesenheit stets eine freundschaftliche Atmosphäre herrscht und alle Lebewesen ihre Ängste und Sorgen vergessen. Rhúlore ist auch der besondere Schutzheilige und Patron der Bruderschaften, Waffenbrüder und Kameraden, sowie allgemein der Freundschaft. In nahezu allen Tempeln wird er als hoch gewachsener Mann mit honigbrauner Haut, tiefgrünen, warm strahlenden Augen und rabenschwarzem Haar dargestellt, der eine besonders charismatische Ausstrahlung besitzt. Rhúlores heiliges Attribut ist ein goldener Reif, ein Ring als Sinnbild für Unendlichkeit, das er der Legende nach in Anwesenheit aller Götter geschmiedet haben soll und das die Bande der Freundschaft und Einigkeit der Zwölf Mächte symbolisiert. Ihm heilig ist der Hund, das treueste aller Tiere. Rhúlores Hochtag ist der 15. Beerenreif, ein Tag, an dem unter engen Freunden traditionell kleine Geschenke ausgetauscht werden und den man im Allgemeinen mit einem Festessen unter Freunden begeht.

 

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