~ Sithech - Das Hohe Haus Tod ~

 

(c) by Immerlan.deSithech
 

Sithech ist der Gott des Winters und des Todes, der Herr des Totenreichs und des langen, ewigen Schlafes. Er verkörpert sowohl den endgültigen Tod, das Ende des Lebens, als auch den Winter, den kleinen Tod der Natur, die Zeit der Kälte, und der Stille, aber auch der Erneuerung. Seine Dunkelheit hat nichts Finsteres oder Böses an sich, so wie es die Dunkelheit des schlafenden, vergessenen Gottes, des Herrn der Unterwelt an sich hat – aber sie ist ebenso endgültig.
 
Sithech wird in den meisten Tempeln der Immerlande als sehr großer, altersloser Mann ganz gleich welchen Volkes dargestellt, der einen grauen Umhang trägt, dessen Kapuze sein Gesicht überschattet. Er ist still und weise, aber auch hart und unerbittlich, doch jene, die ihn kennen, wissen um sein Mitleid. Sithech vergisst niemals und weiß um alles. Er herrscht über das Totenreich, dessen Hallen immer weiter werden, je mehr Zeitalter vergehen und richtet über jene, die aus dem Leben scheiden, daher wird er oft auch der große Richter genannt. Andere Namen für Sithech sind Schnitter Tod, Lord des Winters, Herr der Raben, Gevatter Tod oder Gevatter Winter. Vor ihm muss sich jedes Wesen ohne Ausnahme für seine Taten verantworten. Die Sterblichen sind die einzigen Kinder Rohas, die das Totenreich und die Kreise der Welt nach ihrem Tod und der Buße ihrer Sünden mit den Weißen Schiffen verlassen dürfen – doch Sithech allein bestimmt wann. Niemand weiß sicher, wohin sie gehen, aber es heißt, dass sie, wenn sie nicht der Verdammnis anheimfallen, zur Andernwelt segeln dürfen, um dort für immer unter den Göttern und Seharim zu leben.

Sithech trägt Khataris, die Verdammnis, eine schwarze Kriegssense als Waffe, die nur er allein führen kann und ihm heilig ist der Sithechrabe, welcher auch nach ihm benannt ist. Die beiden großen Raben Gedenken und Aussicht tragen ihm der Legende nach Kunde aus ganz Roha zu und ziehen stets ihre Kreise durch die Welt, um ihrem Herren im Totenreich zu berichten. Sithechs Attribute sind das Stundenglas und die Sense, der ihm geweihte Mond ist der Langschnee und sein Gestirn Ombra. Er ist einer der wenigen Götter, die zwei Hochtage im Jahreslauf haben, einmal als Totengott, einmal als Herr des Winters. Als Totengott wird seiner am 1. Nebelmond, der im Volksmund auch Tag der Toten oder Allerseelen genannt wird, gedacht. An diesem Tag werden die Ahnen und die Verstorbenen geehrt, die in Sithechs Reich den Richtspruch und damit die Erlösung oder die Verdammnis erwarten. Sithechs zweiter Hochtag ist am 21. Langschnee, die Julnacht und die längste Nacht des Jahres, weswegen an diesem Tag auch oft Faêyris als Göttin der Nacht gehuldigt wird. Es gibt zahlreiche Julbräuche und Julfeierlichkeiten, so dass Mittwinter zu den großen Feiertagen im Zwölfmond zählt. Auch die anschließenden zwölf Raunächte, die Zeit zwischen den Jahren, sind Sithech geweiht.  

Sithech wird als Herr des Todes unter allen Völkern, die dem Zwölfgötterglauben anhängen, verehrt und auch ein wenig gefürchtet – auch wenn er bei den Elben aufgrund ihrer natürlichen Unsterblichkeit zumindest als Totengott eine weniger wichtige Rolle spielt. Auch die Schamanen zollen ihm großen Respekt, obwohl sie meist dem Ealaraglauben anhängen. Als Gott des Winters wird Sithech besonders im Norden der Immerlande verehrt, also in Immerfrost, in Ardun und Normand, aber auch in den Herz- und Drachenlanden hat er viele Anhänger. In Lair Draconis steht mit den Hallen der Stille der größte Sithechtempel der Menschen der Immerlande im Gàrradh dubh, dem 'Schwarzen Garten'. Einer der schönsten und prächtigsten Sithechtempel findet sich in Talyra am Westufer des Ildorel, im Norden steht sein größtes Heiligtum in Cap Ardun.


Die Archonen Sithechs und des Hohen Hauses Tod:

 
Kenen
 
Kenen ist die Herrin der Kälte und des Frostes, die Gebieterin über Eis und Schnee und die Gemahlin Chols, des Winterwindes, eines Archonen von Vendis. Sie wird als alabasterweiße Frau mit wasserblauen Augen und einem Kranz aus Eiskristallen im Haar dargestellt, bei den Elben meist als Silberelbin, bei den Menschen oft auch als walkürengleiche Nordfrau, die ganz in schneeige Pelze gehüllt ist, manchmal auch als Riesin. Der Legende nach verbringt sie das ganze Jahr in ihrem sagenhaften Eisschloss Kenisvalonva, das irgendwo hoch im Norden Rohas, in Gronaland liegen soll, und besucht die Immerlande nur einmal im Jahr zur Winterzeit für einige Monde. Das elbische Wort für Schnee, Kenis, leitet sich von ihrem Namen ab. Es heißt, ihr Atem hauche im Winter die Kälte über das Land und es schneie, wenn Kenen und Chol sich lieben. Im Norden genießt sie höchste Ehren und ihr werden viele Opfergaben dargebracht, um sie milde zu stimmen. Ihr heilig ist der Frostwurm und ihr Hochtag der 6. Silberweiß, der Tag nach den Raunächten, die im Norden auch ihr geweiht sind. Kenens Attribut ist der Eiskristall, ohne den sie nie dargestellt wird und die sie auch als Krone oder als Diadem auf der Stirn trägt.


Nurm
 

Nurm ist die Herrin der Trauer und des Mitleids, und die Gebieterin des Mitgefühls für andere. Nurm gilt als eine sehr gütige Kraft des Pantheons und wird vor allem von Heilern und Heilkundigen ganz besonders verehrt. Dargestellt wird Nurm als große, melancholisch-schöne Frau mit silbergrauem Haar und grauen, sehr klaren Augen. In sehr alten Tempeln trägt ihre Statue manchmal auch den Körper einer Sphinx. Sie ist die Schutzheilige und Trostspenderin aller Trauernden und Verzweifelten, und ihre Gaben sind die Tränen und das Mitleid. Nurm gilt auch als Wächterin der Totengärten und Friedhöfe, auf denen oft Statuen von ihr an den Toren oder Wegkreuzungen stehen. Nurms Priesterinnen sind die Schweigenden Schwestern, ein heiliger Orden, der sich in nahezu jedem Sithechtempel der Immerlande findet, und der traditionell die Toten für ihre Begräbnisse vorbereitet. Ihr heilig sind die Trauerweide und der Nurmschwan, der auch nach ihr benannt ist. Nurms Attribut ist der schwarze Trauerschleier, manchmal auch nur ein schwarzes Band als Trauerflor - das bei den Elbenvölkern beides weiß dargestellt wird, da ihre Trauerfarbe genau entgegengesetzt ist. Nurms Hochtag ist der 6. Sturmwind, der Trauertag.
 
 
Kyrom Purpurtod
 
Kyrom Purpurtod oder manchmal auch Kyrom der Fährmann genannt, ist der gefürchtetste Diener Sithechs, denn er ist der Wächter der Purpurnen Flüsse und der Hüter des Totenreiches. Kyrom wird als ebenholzschwarzes Skelett dargestellt, dessen Knochen seltsam matt glänzen und in dessen Augen das heilige Purpurfeuer des Totenreichs leuchtet. Kyrom trägt stets seine schwarze, mit purpurnen Symbolen, Zeichen, Mustern und Runen bestickte Robe, so dass selten mehr von ihm zu sehen ist, als sein Schädel, der über den Schultern zu schweben scheint. In einigen Sithechtempeln wird er auch nur als schwarzer, schwebender Schädel dargestellt. Seine Attribute sind der lange Ebenholzstab, mit dem er das Schiff der Toten steuert, und eine goldene Kette, die er stets um den knochigen Hals trägt. An der Kette baumelt ein einzelner Schlüssel als Symbol dafür, dass es keine Rückkehr mehr gibt von dem Ort, an den er die Toten bringt. Ihm heilig sind die Knochenkrähe und die Stechpalme, die oft auf Gräber gepflanzt wird. Es ist auch Sitte, den Toten und Verstorbenen eine Münze für den Fährmann mit ins Grab zu geben, damit sie Kyrom für die Überfahrt über die Purpurnen Flüsse entlohnen können. Daher kommt auch die allgemeine Redewendung, jemand 'gehe über die Purpurnen Flüsse', wenn er stirbt. Kyroms Gedenktag ist am 2. Nebelmond, der Tag des Fährmanns.
 
 
Llaeron Schicksalsfüger
 
Llaeron ist der Hüter der Schicksalsfäden, der Archon der Vorsehung und Bestimmung. Manchmal wird er auch der Schicksalsweber oder nur der Weber genannt. Es heißt, er erkenne die Lebensmuster aller Wesen auf Rohas weitem Rund und könne sie deuten. Llaeron ist sowohl der Vergangenheit, als auch der Gegenwart und der Zukunft kundig – doch nur seinem Herrn Sithech gegenüber spricht er in klaren Worten. Dargestellt wird Llaeron als androgyner Mann mit langem, dunklem Haar und einem alterslosen Antlitz, das eine helle und eine dunkle Seite zeigt, wobei immer die linke, die Herzseite, hell, die rechte Seite aber dunkel, nahezu schwarz gezeichnet wird. In vielen Tempeln sind seine Statuen aus schwarzem Jett auf der dunklen, und Bergkristall auf der hellen Seite. Llaeron ist der besondere Schutzheilige aller Seher und Wahrsager. Sein Attribut ist die Spindel, mit der er die Schicksalsfäden dreht und ihm heilig ist die Eisenspinne. Sein Hochtag ist der 30. Blätterfall, die Nacht der Vorsehung und der Vorhersagen, auch Allerschicksalstag genannt.
 
 
Sarurnir

Sarurnir ist mit Abstand der von allen am meisten gefürchtetste Archon Sithechs, denn er ist der Herr der Krankheiten und des Wahnsinns. Sarurnir wird als dunkelhäutiger Kobold mit einem stechend blauen und einem giftig gelbgrünen Auge dargestellt, der eine goldene Pestmaske auf dem Gesicht trägt. Sarurnir wird nirgendwo und unter keinem Volk der Immerlande verehrt, doch man sucht ihn selbstverständlich in jeder Kultur und in jedem Land stets gnädig zu stimmen. In seinen Schreinen in den Sithechtempeln werden ihm Brot und Früchte als Opfergaben dargebracht. Unheilbar Kranke oder Wahnsinnige finden bei ihm auch Zuflucht, denn er gilt nicht nur als Unglücksbringer, sondern auch als Schutzpatron der Irrsinnigen, der Aussätzigen und Todkranken. Als einziger Archon hat Sarurnir kein besonderes Attribut und ihm ist nichts heilig als Sinnbild dafür, dass auch Wahn und Seuchen vor nichts und niemandem Halt machen. Sein Opfertag ist der 15. Goldschein.

 

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