~ Vendis - Das Hohe Haus Sturm ~

 

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Vendis


 
Vendis ist der Gott der Luft, der Winde und Stürme, der Atem Rohas. Vendis ist ebenso der zarte Windhauch wie der tosende Orkan, die laue Sommerbrise und der zerstörerische Hurrikan. Kein anderer der Zwölf wird als launischer und unberechenbarer beschrieben, wie er, zugleich kann er aber auch sanft und mild, warm und zart sein. Sein Atem durchdringt ganz Roha und seine liebsten Gefilde sind die Weiten des Himmels unter Shenrahs strahlender Sonne. Dargestellt wird Vendis in vielen Tempeln als stattlicher, jugendlicher Mensch mit saphirblauen Augen und silberblondem Haar, einige ältere Tempel und viele Heiligtümer des Gottes bei den Elben zeigen ihn jedoch als silberblauen, goldäugigen Sturmdrachen mit einem langen, schimmernden Zackenkamm auf dem Rücken.

Vendis besitzt zwei Falken, einen goldenen und einen silbernen, die ihm Nachricht und Kunde aus den ganzen Immerlanden zutragen, und das schwarze Windpferd Fóla, welches der Legende nach ein Ahnherr der berühmten Pferde Thunderlands war. Außer den Seharim, die allen Göttern dienen, sind auch die Sylphen, die Luftgeister, Diener von Vendis. Er wird überall und bei allen Völkern der Immerlande, die dem Zwölfgötterglauben anhängen, verehrt, vor allem in jenen Landen, wo viel Schifffahrt betrieben wird oder es naturgemäß starke Stürme gibt. Von den Elben verehren ihn die Rhaskeda'ya am meisten, deren ganz besonderer Patron er auch ist – in der Allgemeinsprache wurden sie sogar nach ihm benannt, denn dort heißen sie Windelben. Die Seefahrer aller Völker rufen Vendis in einem Atemzug mit Amur, dem Herrn der Meere an, doch sie misstrauen ihm auch und fürchten ihn wegen seiner Unberechenbarkeit.

Sein Streit mit Amur, so heißt es in den Legenden, habe dereinst zur Erschaffung der Sommerinseln im Südmeer geführt und man sagt ihm generell ein reizbares, aufbrausendes Temperament nach. Schon seit dem Anbeginn der Tage soll Vendis um die schöne Anukis werben und sie für sich gewinnen wollen, doch bis heute hat ihn die Göttin nicht erhört - manche Geschichtenerzähler und Sagenweber führen sein launisches Naturell darauf zurück. In manchen Gegenden der Immerlande heißt es daher auch nicht 'Vendis erbarme dich unser!', wenn es gar zu arg stürmt und windet, sondern 'Anukis erbarme dich seiner!'

Der Vendis geweihte Mond ist der Sturmwind im Frühjahr, sein hohes Gestirn ist Ierion und ihm heilig ist der Vendisfalke, der auch nach ihm benannt ist. Sein Symbol ist ein Zepter aus dunklem Silber, das von einem Luftkristall gekrönt wird. Vendis Hochtag im Jahreslauf ist der 4. Sturmwind. Der größte Vendistempel der Elben in den Immerlande findet sich in Faêrtaran in Damaresamrun in den Elbenlanden. Der größte Tempel des Gottes der Winde, der Luft und der Stürme bei den Menschen ist der Zwillingstempel von Vendis und Amur in Fa'Sheel in den Rhaínlanden. In Brioca ist ein bedeutender und architektonisch sehr beeindruckender Tempel des Gottes auf dem Berg Vendiskrone und in Azurien steht sein größtes Heiligtum in Naggothyr, doch prächtige, große Vendistempel finden sich nahezu überall in den Immerlanden, vor allem natürlich in Hafenstädten an den Küsten.
 

Die Archonen Vendis' und des Hohen Hauses Sturm:
 
 
Dramor

Dramor ist sicherlich der wildeste und mächtigste Archon Vendis'. Er wird auch der Donnerbringer, der Lord der Stürme oder Gewitterkind genannt. Dramor ist der Herr der Gewitter, der Gebieter über Blitz und Donner. Wenn er über den Himmel tobt, dann entladen sich sein Zorn und Temperament in wilden Ausbrüchen. Wenn es stürmt, so heißt es, dann ziehe Dramor in rasendem Flug über den Himmel und jage seine Gemahlin Nebre, die Herrin des Regens und eine Archonin Amurs, die bei ihm sei und ihn necke. Dramor wird fast überall in den Immerlanden und bei allen Völkern als ebenholzfarbener Zentaur mit blitzenden Silberaugen, silberweißer Mähne und ebensolchem Schweif dargestellt. Sein Attribut ist ein silberner Wurfspeer in Form eines erstarrten Blitzes und ihm heilig ist der Sturmvogel. Er ist der besondere Schutzheilige der Donnerbringer, gewaltiger hammerbewehrter Barbarenkrieger und findet im Volk der Barbaren auch allgemein besondere Verehrung. Sein Hochtag ist der 15. Sturmwind.

 
Illiri

Illiri ist die sanfteste Archonin Vendis', die Herrin und Gebieterin der freundlichen Winde, die Dame des Sommerwindes und Herrin der Vögel, die Anukis ihr und dem Sommerwind dereinst zum Geschenk gemacht haben soll. Sie wird oft – auch bei anderen Völkern als dem der Feen – als zarte Fee mit buntem Haar, schillernden Augen und Flügeln und einem Gewand ganz aus Federn dargestellt. Illiris Atem wärmt das Gemüt und vertreibt Kälte und Trübsinn, und ihre sanfte Berührung ist ein Segen. Ihre Schreine in den Vendistempeln sind zumeist voller Singvögel, voller Farben und exotischer, wohl duftender Blüten. Illiri sind die Nalinis heilig, ihr Symbol ist die Pfauenfeder, die sie auch als Zepter trägt und ihr Hochtag ist der 8. Sonnenthron.
 
 
Ama'aut

Ama'aut ist der Bote der Götter. Ebenso wie Illiri wird er in den meisten Tempeln als Fee dargestellt, oft als grünhäutiger, grüngewandeter Feenmann mit silbergrau schimmernden Flügeln, manchmal jedoch auch als geflügelter Mensch, Elb, Zentaur, Kobold oder sonstiger geflügelter Mann. Immer jedoch trägt er einen Heroldstab und eine versiegelte Schriftrolle als Sinnbild der zu überbringenden Botschaft. Ama'aut kann durch Zeit und Materie reisen, heißt es, schneller fliegen als jedes andere Wesen der Immerlande, alles durchdringen, jedes Hindernis überwinden, jeden Pfad begehen und wird dabei niemals von seinem Weg abkommen, daher ist er der Bote der Götter. Ama'aut ist auch der Schutzheilige der Herolde, Boten und aller Reisenden. Zu Ehren Ama'auts als Herren des sicheren Weggeleits, wird oft eine kleine Statue des Archonen an den Kreuzungen großer Handelsstraßen, auf Brücken oder an Furten aufgestellt. Auch tragen Boten, Meldereiter und sonstige Nachrichtenüberbringer gern ein Amulett mit seinem Konterfei, das sie auf ihren Wegen beschützen soll. Ama'aut ist der Wanderfalke heilig, sein Symbol ist der Heroldstab und sein Hochtag der 24. Beerenreif.
 
 
Chòl

Chòl ist der Herr des Winterwindes, das Gegenstück zu Illiri und gilt als einer der erbarmungslosesten Archonen Vendis'. Wie seine Gemahlin Kenen wird auch er in vielen Tempeln als Riese dargestellt, manchmal jedoch auch nur als groß gewachsener Mensch, meist als Nordmann oder Barbar, mit sehr kurz geschorenem, eisweißem Haar. Er trägt ein Gewand aus Eis und Schnee, das Kenen für ihn mit ihrem kalten Atem gewoben hat und er führt eine gewaltige  Frame aus glitzerndem Eis als Waffe. Chòl ist eher von stürmischem Gemüt, doch seiner Gemahlin in Liebe zugetan. Wenn sie sich lieben, so schneit es, heißt es in den Immerlanden. Chòl genießt vor allem im Norden der Immerlande hohe Ehren. Sein Symbol ist ein Zepter aus Eiskristallen und ihm heilig ist der Eisfalke. Sein Gedenktag ist der 8. Langschnee.


Chamira

Chamira ist die Gebieterin des Sturmwinds, der Wirbelstürme und Zephyre, der Taifune und Orkane, des kalten Wirbelwinds auf hoher See ebenso wie die Herrin der brennend heißen Glutwinde der Wüsten. Sie soll auch die Zwillingsschwester Dramors sein und so gut wie nie von dessen Seite weichen. Stets eilt sie ihm voraus oder nach und begleitet ihn nahezu immer, wenn er über den Himmel tobt. In den Legenden heißt es auch, Chamira sei schon seit Anbeginn der Zeit in heimlicher Liebe zu Corvalant dem Seefahrer entbrannt und jage ihn stets über die Meere Amurs, meistens um ihm beizustehen, manches Mal jedoch auch, um ihn unbarmherzig ihren Zorn spüren zu lassen, weil er sich nie entscheiden könne, ob er sie nun zum Weib wolle oder nicht. Chamira wird meist als Barbarin, manchmal gar als Riesin mit hellem, sturmverwehtem Haar und kaltblitzenden Augen dargestellt, die getragen von sich türmenden Wolkenburgen – Nebre, welche sie stets zu besänftigen versucht – über den Himmel braust. Chamira heilig ist die Raukrähe, ihr Gedenktag ist der 20. Sturmwind.  

 

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