~ Der Weg der List ~

 

Für jene, die es verstehen, eine sich bietende Gelegenheit beim Schopfe zu ergreifen ohne zu zögern, sind selbst die schwersten Zeiten noch voller verlockender Möglichkeiten. Schurken geht es nur um sie selbst, um ihre Bereicherung, ihre Bequemlichkeit, ihr Können – und in den allermeisten Fällen natürlich um das, was für sie dabei herausspringt und den leichtesten Weg, an klingelnde Münzen oder glänzendes Gold zu gelangen. Die meisten Schurken sind seit ihrer Kindheit auf sich gestellt und mussten sich allein durch die Wirren und den Hader der Welt schlagen. Da sie niemanden hatten, dem sie sich anvertrauen oder auf den sie sich verlassen konnten, lernten sie schnell, sich mit ihrem Scharfsinn durchs Leben zu schlagen. Daher vertrauen sie auf flinke Finger, schnelle Beine, List und Tücke, und obendrein eine Anzahl perfekt ausgebildeter Fertigkeiten, um in jeder Bedrängnis zu bestehen.

Schurken fühlen sich kaum Gesetz und Moral verpflichtet. Die Welt ist ein grausamer Ort, warum sollten sie freundlich sein? Wenn ein Schurke etwas braucht, wird er es sich nehmen. Heimlichkeit und Lautlosigkeit sind elementar für sie und ihr Überleben, und so sind alle Schurken verschlagen, verbergen sich vor ihren Feinden, verwischen ihre Spuren und bewegen sich geräuschlos. Geschicklichkeit und ein berechnender Verstand sind dabei ihre besten Helfer. Viele von ihnen verlassen niemals den Pfad der Gier und Selbstsucht, werden Räuber, Schmuggler, Auftragsmörder oder Halsabschneider. Manche Schurken aber entwickeln eine Art Gewissen. Sie stehlen nur noch von jenen, die es ohnehin im Überfluss haben und geben es den Armen oder stellen ihre Schurken-Fähigkeiten in den Dienst einer guten Sache. Jene sind es auch, die auf dem Weg der List wandeln und am Ende in den Liedern und Geschichten dennoch als Helden gepriesen werden, wenn ihnen Können und Glück hold sind.

 

~ Die Schurkenklassen ~

 

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