~ Die Ringpanzer ~

 

KettenhemdenDer Ringpanzer



Ein vollständiger Ringpanzer - also Helm oder Kettenhaube, Ringpanzerhemd und Ringpanzerbeinlinge -, der einen Großteil des Körpers schützt, besteht aus mehreren zehntausend Stahlringen. Diese Ringe sind üblicherweise miteinander vernietet, um ein Aufplatzen der Ringe – etwa durch Pfeilschüsse – zu erschweren. Daher ist es äußerst aufwändig, eine solche Rüstung herzustellen, was sich natürlich im Preis niederschlägt. Eine gute Kettenrüstung kann so viel kosten wie mehrere Dutzend Rinder oder ein kleines Dorf, weshalb sich auch nur wohlhabende Adlige, gut betuchte Ritter und Templer, reiche Orden oder Garden leisten können, für sich selbst oder ihre Krieger solche Rüstungen zu erwerben.


Gute Kettenhemden sind immer knielang, da den Kettenbeinlingen der Genitalschutz fehlt. Kettenhemden für den Fußkämpfer sind üblicherweise an den Seiten geschlitzt und hängen natürlich über den Schrittbereich. Bei frontal geschlitzten Reiterkettenhemden ist das Problem eines Treffers in diese empfindliche Körperzone relativ gering, da in der Regel der Pferdekopf und der Rest des Reiters einer Entmannung im Weg sind. Um das Gewicht auf Schultern und Hüfte zu verteilen wird der Ringpanzer zusammen mit dem Waffenrock über den geschlossenen Gürtel gezogen und hängt dann ein bisschen über den selbigen, so dass dieser nicht mehr sichtbar ist. Kettenhemden werden außerdem möglichst eng am Körper, beziehungsweise eng anliegend am möglichst dick wattierten Unterzeug getragen, müssen aber weit genug sein, um die Bewegungsfreiheit so wenig wie möglich einzuschränken.


Eine Kettenrüstung bietet sehr guten Schutz gegen Schnittverletzungen, aber nur mittelmäßigen gegen wuchtige Hiebe und kraftvolle Stiche. In Verbindung mit Unterzeug von guter Qualität, etwa einem dick gesteppten Gambeson, erhöht sich dieser Schutz jedoch beträchtlich. Die Kombination von Gambeson und Ringpanzer bietet sogar einigermaßen Sicherheit vor Langbögen, Stichattacken und Lanzenangriffen. Nachteilig an einem Ringpanzer ist die Tatsache, dass er beträchtliches Gewicht besitzt, das hauptsächlich auf den Schultern und – mit entsprechendem Gürtel um die Hüften – auf dem Beckenbereich lastet. Außerdem bietet ein Ringpanzer, selbst in Verbindung mit dem Gambeson, nur wenig Schutz gegen Streitaxthiebe, Streitkolben und Armbrustbolzen.


Gewicht:
je nach Machart 12 - 40 Stein (insgesamt). Ein langer Ringpanzer allein wiegt etwa um die 20 - 25 Stein, mit Unterzeug und Kettenbeinlingen können bei schweren Ringpanzern auch 30 Stein zusammenkommen.

Schutz: guter Schutz gegen Schnittverletzungen, mittlerer Schutz gegen wuchtige Hiebe und Stiche, in Verbindung mit wattiertem Gambeson mittlerer bis guter Schutz gegen Pfeilschüsse, Hiebe, Stiche und Lanzenangriffe. Wenig Schutz gegen schwere Wuchtwaffen und Armbrustbolzen oder Panzerbrecher-Pfeilspitzen

Bewegungsfreiheit:
mittel bis hoch bei geübten Ringpanzerkämpfern. Schwimmen ist weder im Kettenhemd noch im vollständigen Ringpanzer mehr möglich

Preis:
teuer bis sehr teuer