~ Die Menschenvölker des Ostens ~

 


(c) by Immerlan.deMalankari

 

Heimatlande:
Malankari leben ausschließlich an der Malankarküste südlich des Freien Herzogtums Ceresdor am Meer der Ruhe im Osten der Immerlande. Da ihr Volk auch heute, im Fünften Zeitalter der Welt und trotz des Schutzes durch die ceresdorschen Flotten noch immer gelegentlich das Ziel räuberischer Überfälle von Piraten und Sklavenhändlern ist, und vor allem die Frauen der Malankari in den Harems des Südens sehr begehrt sind, findet man jedoch auch immer wieder Angehörige dieses Volkes fern der Heimat, auch wenn sie in den allermeisten Fällen unfreiwillig dorthin gelangten.


Physische Erscheinung:

Malankari können bis zu 1,80 Schritt groß werden, Männer wie Frauen, obwohl die Frauen üblicherweise ein wenig kleiner bleiben, wenn auch nicht sehr viel. Sie sind von schlanker Statur, leichtem, harmonischen Körperbau und besitzen einen schönen Wuchs und auffallend symmetrische Gesichtszüge. Die Nuancen ihres blonden Haars umfassen alle lichten, hellen Blondtöne, von wirklich silbrigem aschblond über flachs- und weizenblondes Haar bis hin zu kupfrigem erdbeerblond, ohne wirklich ins rötliche zu spielen. Die Augen der Malankari sind stets hell, von blauer, grauer oder grüner Grundfarbe und können sämtliche Schattierungen dazwischen besitzen. Sie gelten aufgrund ihrer ebenmäßigen Gesichtszüge, ihrer natürlichen Anmut und ihrer Eleganz als eines der äußerlich schönsten Menschenvölker der Immerlande.


Lebenserwartung und Widerstandskräfte:

Malankari werden durchschnittlich 60 - 70 Jahre alt. Sie haben keine besonderen Widerstandskräfte.


Besondere Fähigkeiten:

Ihre ausgeprägteste besondere Fähigkeit ist die, ohne jedes magische Hilfsmittel länger und tiefer zu tauchen als alle anderen Menschenvölker. Ein gut geübter Perlentaucher der Malankari kann bis zu fünfzehn Minuten unter Wasser bleiben, ohne Schäden davonzutragen und schafft es ohne Schwierigkeiten in Tiefen von bis zu hundert Schritt, manchmal sogar mehr. Zudem sind Malankari für gewöhnlich noch sehr intuitive Menschen und haben oft ein Talent für Schamanismus.


Kleidung und Schmuck:
Männer wie Frauen der Malankari tragen fließende, leichte Gewänder aus feingewebten Stoffen, die sie aus der Wolle der Meerschnucken, aus Seidentang oder Graswolle, sowie verschiedenen Bastfasern herstellen. Malankarikinder, Mädchen wie Jungen, tragen bis sie das Jugendalter erreichen einfache Tuniken und nur in den Wintermonden Beinlinge darunter. Die charakteristische Frauengewandung der Malankari besteht aus der Chlay'na, einem unmittelbar am Körper getragenen Unterkleid mit mehr oder weniger langen Ärmeln (oder gar keinen) aus leichtem, oft halbtransparentem Gewebe. Darüber wird das Sagum getragen, ein faltenreiches, gegürtetes Obergewand aus leichtem oder schwereren Stoffen, an den Säumen oft reich bestickt oder mit Webborten, Perlen, Goldsträngen, Mondfischgräten oder sonstigem Zierrat versehen. Das Sagum ist im Grunde ein viereckiges Tuch, das zunächst waagrecht so gefaltet wird, dass oben ein Teil als Überfall umgeschlagen wird. Dann wird es mit diesem Umschlag nach außen um den Körper gelegt, an den Schultern mit Fibeln gehalten und entweder unter der Brust oder um die Taille gegürtet. Der Gürtel kann sowohl über dem Umschlag, als auch darunter liegen. Als Schuhwerk dienen Ghillies, Bundschuhe aus weichem Leder, das sich der Form der Füße anpasst, oder bis über die Waden hinauf geschnürte Bróga, halboffene Schaftstiefel aus Leder mit einer dicken Sohle aus Kork, die an der Vorderseite eine breite Schnürung aufweisen. Im Winter oder an kalten Tagen wird über Chlay'na und Sagum noch das Erisaid getragen, ein Tuch aus weichem, festem Wollstoff, das zwischen drei und vier Schritt lang und mindestens eineinhalb Schritt breit ist. Es wird längs im Rücken gefaltet, mit einem Gürtel fixiert und vor der Brust mit einer Fibel oder Gewandnadel verschlossen.

Die Gewänder eines Malankarimannes bestehen aus einem eng anliegenden Lendenschurz aus weichem Leder oder Graswolle, worüber der Sciorta pléite getragen wird, eine Art wadenlanger Wickelrock, der aus einem langen, rechteckigen Stoffstück besteht und an den Hüften eng sitzt, aber dann weit fällt. Der Oberkörper bleibt außer während der kalten Jahreszeit für gewöhnlich nackt oder wird nur mit einem kurzen, ärmellosen, bauchfreien Überwurf bedeckt, dem Leinegearr. Manchmal wird über beidem noch ein langes Sagum getragen. Das rechteckige Männersagum kann auf unterschiedliche Weise drapiert werden, umhüllt in der Regel jedoch den ganzen Körper, während ein Arm und oft auch Teile der Brust davon unbedeckt bleiben. Er kann aus Meerschnuckenwolle, Seidentang oder Graswolle gewebt und in verschiedenen Farben gefärbt sein. Zudem kann er mit Gold durchwirkt oder mit Webborten verziert werden. Eine beliebte Trageform ist, dass das Sagum zunächst über die linke Schulter und den linken Arm gelegt, dann quer über den Rücken geführt, unter dem rechten Arm durchgezogen und quer über die Brust von vorn wieder über die linke Schulter geworfen wird. Was die Farben ihrer Kleidung angeht, bevorzugen die Malankari die natürlichen Farben ihrer Heimat - das Blau und Türkisgrün des Meeres, das Weiß der Strände und des Sandes, das lichte Grün und tiefe Smaragd der Wälder und die sanften, kupfrigen Ockertöne der Berge.     

Die Malankari kennen das Geheimnis der Edelmetallverarbeitung, stellen jedoch nur Schmuck und Kultgegenstände Gold her. Da sie keinerlei Bergbau betreiben, beschränken sich ihre Funde auf Freigold in Form von Körnchen und Klumpen, die durch Granulation verarbeitet und durch Punzierungen verziert werden. Ebenso dienen ihnen Perlen, Federn, gefärbtes Leder, geschnitztes Horn und Knochen, die elfenbeinfarbenen und schimmernden Gräten des Mondfisches, Perlmutt und Schildpatt, Muscheln oder ähnliches als Material zur Schmuckherstellung. Ketten, Armspangen, Ringe, Fibeln und Broschen, Haarperlen und Nadeln werden gern getragen.


Restriktionen:

Keine


Lebensgewohnheiten und Verhalten:

Die Malankari sind als Nachfahren der Ersten Menschen ebenso freies Volk wie die Wolkenkinder, die Stämme oder die Waldkinder. Sie kennen weder Könige, noch feudalen Adel, auch keine Häuptlinge im herkömmlichen Sinn. Im Gegensatz zu fast allen anderen Naturvölkern mit Ausnahme der Wolkenkinder leben die Malankari jedoch in einer äußerst friedlichen Jäger-, Fischer- und Hirtengesellschaft. Sie verstehen sich als ein einziger Stamm, dem zwar ein Rat vorsteht, doch dieser tut tatsächlich das, was sein Name impliziert: er berät. Entscheidungen, die das Gemeinwohl aller Malankari betreffen, werden gemeinsam gefällt. Sollten solch große Entscheidungen nötig sein, trifft jede Siedlung, jedes Dorf und jede Sippe eine Entscheidung für sich und wählt dann einen Sprecher, der sie vertritt. Selbst die Kinder der Malankari dürfen in solchen Angelegenheiten ab einem gewissen Alter ihre Stimme erheben und man wird sie ernst nehmen. Den Alten und ihren Erfahrungen kommt hierbei besondere Wertschätzung zu. Malankari sind ausnahmslos äußerst friedfertige Charaktere, die weder Gewalt, noch Kampf oder gar Kriege kennen (wohl aber beispielsweise das freundschaftliche Wetteifern untereinander). Sie leben in Familien- und Sippenverbänden oder kleineren Dorfgemeinschaften zusammen, und zeigen einander starken Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Güte. Männer und Frauen werden als absolut gleichwertig angesehen, obwohl Frauen aufgrund ihrer Weiblichkeit und ihrer Fähigkeit, Kinder zu gebären, spirituell und traditionell als "näher an der Göttin" angesehen werden. Viele Malankarifrauen sind zwar sehr geschickte Jägerinnen, Hirtinnen oder Perlentaucherinnen, zumal wenn sie das Geschenk des Blutes (so nennen die Malankari die Gabe der Warge) in sich tragen, doch wenn sie Kinder haben, überlassen sie größere Jagdausflüge oder die nicht ungefährlichen Tauchgänge zu den Perlengründen oftmals lieber den Männern, die traditionell als Ernährer ihrer Familien gelten und fungieren. Die Frauen aber verwalten allen Besitz der Familie, der als gemeinsames Gut angesehen wird, und entscheiden auch über etwaige Handels- oder Tauschgeschäfte untereinander oder mit den 'Fremden', wie sie alle Nicht-Malankari nennen.

Mündliche Überlieferung und Erzählungen nehmen einen überaus wichtigen Platz in ihrem Leben ein, sie kennen bis heute keine Schrift. Einmal im Jahr, gegen Ende des Sommers, verlässt eine kleine Gruppe ausgewählter, erfahrener Männer, die sogenannten Freisprecher, die Malankarküste,um in Solimariaca Perlen und Malankarine als Tribut für den Schutz durch Ceresdor abzuliefern. Die Freisprecher tätigen bei dieser Gelegenheit auch mit einigen wenigen solimariacischen Händlern, denen sie vertrauen, zusätzliche Tauschgeschäfte. Aufgrund ihrer isolierten Lebensweise haben sie zwangsläufig wenig Kontakt zu anderen Menschen, verhalten sich seltenen Besuchern gegenüber jedoch aufgeschlossen und gastfreundlich, so lange diese sich respektvoll benehmen.


Religion:

Die Malankari verehren Ealara als Grüne Erdenmutter und folgen den Alten Wegen des Glaubens. Ihre spirituellen Führer sind Schamanen und Druiden, letztere sind jedoch eher selten unter diesem Volk.


Sprache(n):

Sie sprechen das Malank, das dem alten, ursprünglichen Tamar wie es im Verborgenen Königreich dereinst von den ersten freien Menschen gesprochen wurde, noch sehr stark ähnelt. Es ist auch dem heutigen Tamairge der Drachenlande noch in vielem ähnlich, aber nicht genug, um eine problemlose Verständigung zu ermöglichen. Dank ihrer ausdrucksstarken Gestik und Mimik sind Malankari meist rasch in der Lage, sich mit anderen Rassen oder Völkern zu verständigen und erlernen fremde Sprachen sehr gut und rasch, wenn sie müssen.


Vorurteile:

Malankari haben keine Vorurteile, nicht einmal jenen gegenüber, die ihnen Leid und Schaden zufügen.


(Übliche) Berufe:

Es gibt keine eigentlichen Berufe, sondern eher Tätigkeiten, die sich aus ihrer Lebensart als Jäger, Hirten und Sammler ergeben. So sind Malankari natürlich Jäger, Fischer, Holz- und Perlenschnitzer, Muschel- und Perlentaucher, Hirten, Weber, Gerber, Töpfer oder ähnliches. Feldbau im herkömmlichen Sinn wird nicht von ihnen betrieben, allerdings pflanzen sie bestimmte Heilkräuter und Nutzpflanzen wie Graswolle durchaus gezielt oder vermehrt an bestimmten Stellen an oder sorgen zumindest dafür, dass genau das dort besonders gut wachsen kann.  


Waffen und Rüstungen:

Die Malankari verwenden außer Jagdwaffen überhaupt keine Waffen und tragen auch keine Rüstungen. Die Vorstellung, einem anderen Wesen Schaden oder körperliches Leid zuzufügen ist ihnen vollkommen fremd, selbst wenn es dem Eigenschutz dient. Ihre Jagdwaffen bestehen zumeist aus Fisch- und Froschspeeren, leichten Harpunen, Kurzbögen und Lederschleudern und Speeren. Messer, Äxte, Speer- und Pfeilspitzen sowie andere scharfe Werkzeuge fertigen sie aus Feuerstein oder Knochen.



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