~ Die Sonstigen Völker Rohas ~


Die Werwölfe



Namen:
Werwölfe werden im Norden auch Varulf und Várulfur, in den Rhaínlanden Werewulf oder Wearwulf und in den Herzlanden Bleidd-ddyn genannt. In den Drachenlanden, in Laigin und den Freien Städten der Ostlande heißen sie Faolaidh, in Immerfrost Ihmissusi, und in den Ostlanden Varkolakka.


Heimatlande:

Werwölfe können in allen Teilen der Immerlande vorkommen, in denen Menschen leben, da nur sie von Wers Fluch getroffen werden. Besonders viele von ihnen gibt es im Süden der Herzlande, in der Wolfsmark, wo sie sich sogar in einem Orden organisieren.


Physische Erscheinung:

Werwölfe sind für gewöhnlich große starke Kreaturen, die in ihrem Aussehen einer Mischung aus Mensch und Wolf gleichen. Ihre Gesichter sind noch vage menschenähnlich, doch besitzen sie ein kräftiges Raubtiergebiss, im Vergleich deutlich kürzer und kompakter als das eines Wolfes, aber mit deutlich erkennbaren Wolfs-Zügen. Sie gehen aufrecht und ihr Körper ist größtenteils von dichtem, struppig-dunklem Pelz bedeckt, der an Brust, Unterarmen und Beinen eher glatt und eng anliegt, während sich Kopf- und Nackenbehaarung länger und beinahe mähnenartig über Schultern und Rücken erstreckt, auch die Rute - sofern sie eine haben, was nicht bei allen der Fall zu sein scheint - ist dicht bepelzt. Sowohl ihre pfotenähnlichen Füße, als auch ihre klauenartigen Hände weisen scharfe, kräftige Krallen auf. Meist werden Werwölfe in ihrer gewandelten Gestalt zwei bis maximal zweieinhalb Schritt groß und etwa 120 – 160 Stein schwer. Ihr Fell ist immer dunkel, meist von einem schmutzigen Graubraun, manchmal auch fast schwarz. Auch in ihrer Werwolf-Form sind sie in der Lage zu sprechen, doch ihre Stimme klingt natürlich rauer und knurriger, als ihre menschliche Stimme.


Lebenserwartung und Widerstandskräfte:

Führt ein Werwolf das erlösende Ritual durch, das ihn davor bewahrt, all seine Menschlichkeit zu verlieren und letztlich zum Morgrînan zu werden, so wird er, kommt er nicht durch Gewalt zu Tode, durchschnittlich genauso lange leben wie das Menschenvolk, dem er entstammt. Werwölfe sind Giften gegenüber relativ unempfindlich, ebenso wie gegenüber vielen Menschenkrankheiten, die sie meist gar nicht erst bekommen. Sie besitzen außerdem etwas bessere Wundheilungs- und Regenerationsfähigkeiten, wodurch etwaige Verletzungen - befinden sie sich in ihrer Werwolfgestalt - etwa zweimal so schnell verheilen als bei einem Menschen.


Besondere Fähigkeiten:
 
In ihrer Werwolf-Gestalt verfügen diese Kreaturen entsprechend ihrer veränderten Körper und dank ihrer Größe, ihrer Kraft und ihres Gewichtes über eine erhöhte Stärke, Geschwindigkeit und Geschmeidigkeit. Für gewöhnlich besitzen sie gute Reflexe und eine enorme Beißkraft in ihrem kräftigen Raubtiergebiss, das auch ihre gefährlichste Waffe darstellt. Sie sind gute und ausdauernde Läufer, da sie sich jedoch auch in ihrer Werwolf-Gestalt aufrecht fortbewegen, erreichen sie nicht die Schnelligkeit eines gewöhnlichen Wolfes. Auch ihre Sehkraft gleicht eher der eines Wolfes, was bedeutet, dass sie alles, was sich bewegt, auch auf weitere Entfernungen gut wahrnehmen, sonst jedoch ihre Umwelt eher farblos und unscharf sehen. In ihrer Menschengestalt besitzen sie keine besonderen Fähigkeiten, sieht man von einem feineren Gehör und einer ausgesprochen guten Nase einmal ab. Ihr Geruchssinn ist vor allem als Werwolf außergewöhnlich und steht dem von echten Wölfen in nichts nach, ebenso wie ihr Gehör.


Magiearten:

In menschlicher Gestalt kann ein Werwolf jede Magieart nutzen, die auch das Volk, dem er entstammt, beherrscht. In seiner Werwolfgestalt sind ihm alle Wege der Magie verschlossen.


Restriktionen:

Werwölfe ertragen kein Silber und ziehen sich schwere Verätzungen zu, wenn sie es nur berühren. Von diesem Metall verursachte Wunden heilen auch sehr viel langsamer und schlechter, als herkömmliche Verletzungen. Mondsilber können sie gar nicht aushalten, schon die Nähe einer Waffe oder eines Gegenstandes aus diesem Metall schreckt sie ab und ist ihnen unerträglich. Silberschmuck ist ihnen auch als Mensch unangenehm, fügt ihnen aber dann zumindest keinen Schaden zu. Werwölfe behalten ihre Klasse (sofern sie eine gewählt haben) und auch all ihre erlernten Fähigkeiten und besonderen Talente, allerdings nur in ihrer Menschengestalt. Als Werwolf sind sie nur und ausschließlich Werwolf, sie können dann weder auf Klassenfähigkeiten, noch auf besondere Talente oder gar Magien zurückgreifen. Das kann ihnen auch das Ritual der Beherrschung nicht ermöglichen, es verleiht ihnen nur die Fähigkeit, als Werwolf ihren Verstand zu behalten und zu nutzen. Trotz ihrer guten Konstitution und erhöhten Regenerationsfähigkeiten sind sie anfälliger für  Erkrankungen und Seuchen, die vor allem Wölfe und Hunde befallen, besonders für die tolle Wut oder die Weiße Blindheit.

Stirbt ein Mensch in seiner Werwolfgestalt – oder wird in ihr getötet - verwandelt sich sein Körper zurück in seine wahre Gestalt. Das gilt allerdings nur für Werwölfe, welche das Ritual der Beherrschung erfolgreich durchlaufen haben oder ihre Menschlichkeit noch nicht gänzlich an die Bestie und Wers Fluch verloren haben. Ist ein Werwolf jedoch auf dem Pfad zum grausamen Môrgrinan schon so weit fortgeschritten, dass es keine Rettung mehr für seine Seele gibt, dann wandelt ihn auch der Tod nicht mehr zurück.


Kleidung und Schmuck:

Diese richten sich nach je nach Vorlieben und Tradition des Menschenvolkes, aus dem sie stammen. Das was sie am Leibe tragen, zerreißt jedoch bei jeder Verwandlung - und bei der Rückkehr in die menschliche Gestalt sind sie demnach also vollkommen nackt. Mit Glück überlebt vielleicht der ein oder andere feste Schuh, ein Umhang oder ein weites Hemd, doch jeder Werwolf ist mehr oder minder darauf bedacht, entweder in Sack und Asche zu gehen, wenn er weiß, dass er sich wandeln muss, oder aber sich die Gewänder möglichst rasch vom Leib zu reißen, bevor er im wahrsten Sinne des Wortes "aus allen Nähten platzt".


Lebensgewohnheiten und Verhalten:
 
Die Lebensgewohnheiten der Werwölfe richten sich natürlich nach denen des Menschenvolkes, dem sie entstammen und können demnach sehr unterschiedlich sein. Als Werwölfe sind sie einzelgängerische Jäger und ganz Raubtier. Es gibt nur wenige dieser seltsamen und verfluchten Kreaturen, da kaum jemand den Angriff eines Werwolfs oder gar eines Môrgrinan überlebt. Wer gebissen wurde und dennoch mit dem Leben davonkam, wird unweigerlich ebenfalls Träger des Fluchs und nach sieben Tagen machen sich, so heißt es, die ersten Veränderungen bemerkbar – schärferer Geruchssinn, ein besseres Gehör, die ersten Abneigungen gegen Silber und ein gesunder Appetit auf Fleisch, vorzugsweise roh. Mit dem nächsten Vollmond wird der Gebissene sich dann zum ersten Mal selbst "wandeln" und Wers Fluch am eigenen Leib erfahren. Mit jeder Wandlung kommt er dem Tier dabei näher und verliert etwas von seiner Menschlichkeit, bis er letztlich völlig zur Bestie wird. Wie lange diese Verwandlung vom Mensch zum Wölfling, zum Werwolf und schließlich zum Môrgrinan dauert, hängt weitgehend vom Charakter und der Willensstärke des Gebissenen ab… es kann nur wenige Monde oder einige Jahre in Anspruch nehmen. Die einzige Rettung ist das Ritual der Beherrschung, denn es allein entscheidet über das Schicksal des Werwolfes. Der Fluch kann niemals gänzlich wieder aufgehoben werden, doch immerhin wird der Wandel zum Môrgrinan verhindert und der Betroffene behält seine Seele und seinen freien Willen. Nach dem Ritual, das stets von einem Hohepriester der Anukis durchgeführt werden muss, kann er lernen, sich willentlich zu verwandeln oder Wandlungen bei starken Gefühlen wie Wut zu unterdrücken. In Vollmondnächten verändert sich jedoch jeder Werwolf, allerdings können sich Werwölfe nach dem Ritual in ihrer Andersgestalt kontrollieren und sich auch als Werwolf durchaus "menschlich" und "ganz normal" verhalten und denken, sprechen und fühlen.

Die Verwandlung von Mensch zu Wolf ist fast immer schmerzhaft und kann den Werwolf durchaus rasend machen. Andere Menschen oder Kampfgefährten sollten daher tunlichst darauf achten, sich nicht in unmittelbarer Reichweite von Klauen und Zähnen zu befinden, wenn die Wandlung einsetzt.  Mit fortschreitender Erfahrung kann ein Werwolf jedoch lernen, den Schmerz zu beherrschen und ihn einigermaßen erträglich zu machen. Unangenehm wird die Wandlung jedoch immer bleiben. In jeder Vollmondnacht findet die Verwandlung zum Werwolf zwangsläufig statt und setzt mit dem Aufgang des Mondes ein - die einzige Ausnahme stellt die Nacht des Roten Mondes zu Inari dar, also die Nacht vom 30 Sturmwind auf den 1. Grünglanz.. Jeder Werwolf, der sich dem Ritual der Beherrschung nicht unterzieht, ist dazu verdammt, sich auch dann zu verwandeln, wenn er große Schmerzen, Angst oder Wut empfindet, er hat keinerlei Einfluss auf sein Wolf-Dasein und kann es nicht steuern. Darüber hinaus wird er sprichwörtlich zur "reißenden Bestie", die alles angreift, dem sie begegnet, ganz gleich ob Freund oder Feind. Der Werwolf erinnert sich stets, was mit ihm passiert ist und ihm ist immer bewusst, was er in seiner anderen Gestalt getan hat. Wird das Ritual nicht durchgeführt, endet das Dasein eines Werwolfes früher oder später unweigerlich damit, dass er immer mehr zum Tier wird und seine Menschlichkeit nach und nach vollkommen verliert, bis irgendwann nur noch der Môrgrinan bleibt, eines der schrecklichsten Ungeheuer der Immerlande.


Religionen

Je nach persönlichen Vorlieben verehren Werwölfe in ihrer menschlichen Gestalt jeden der zwölf Götter, doch natürlich bekommen Anukis und ihr Archon Wer eine ganz neue Wichtigkeit.


Sprache(n):

Werwölfe beherrschen die Sprachen, die sie auch als Mensch sprechen können, je nach Volk, dem sie entstammen und nachdem was sie gelernt haben.


Vorurteile:

Je nach ihrer menschlichen Herkunft, Kultur und Erziehung können Werwölfe ganz unterschiedliche Vorurteile haben. Für Werwölfe allein charakteristische Aversionen gegen andere Wesen, Völker, Kreaturen oder Tiere gibt es nicht.


Übliche Berufe:

Je nachdem, welchen Beruf der Mensch, der von Wers Fluch getroffen wird, ausgeübt hat, wird er seine Fähigkeiten und das Gelernte auch als Werwolf nicht vergessen… inwieweit er sein menschliches Leben dann als Werwolf noch weiterführt oder nicht, steht natürlich auf einem anderen Blatt und wer einmal Silberschmied war, hat einfach Pech. Charakteristische Berufe für Werwölfe gibt es nicht, auch wenn sich sicherlich sinnvolle Aufgaben für sie finden lassen würden.


Waffen und Rüstungen:

Werwölfe tragen für gewöhnlich keine Rüstungen oder wenn dann nur leichte Lederharnische, die bei einer plötzlichen Wandlung nachgeben und nicht "im Weg sind". Schwere Rüstungen aus Stahl oder gar Yalaris können zu schweren Verletzungen führen, wenn der Werwolf seine Gestalt wechselt. Außerdem schätzen die allermeisten Werwölfe gerade im Kampf ihre Beweglichkeit und würden sie nicht zugunsten irgendwelcher Rüstungen einschränken. Was Waffen angeht, so sind Werwölfe in ihrer Wandelgestalt von der Natur schon überaus beeindruckend mit scharfen Krallen und spitzen, kräftigen Zähnen ausgestattet. Muss es dennoch sein, bevorzugen sie üblicherweise zweihändige Waffen wie Speere, Hellebarden oder ähnliches.


Anmerkungen:

Wird das Ritual der Beherrschung nicht durchgeführt, wird der Werwolf schließlich zur Bestie, dem Môrgrinan. Er tötet und mordet dann wahllos alles, was ihm vor die Nase gerät. Ab spätestens diesem Zeitpunkt wird der Charakter unspielbar und der Spieler verliert sein Alter Ego an das Tier. Wers Fluch wird ausschließlich durch Bisse übertragen und nicht auf andere Arten weitervererbt. Kinder von Werwölfen werden als Menschen geboren und bleiben es auch (sofern sie nicht gebissen werden).


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