~ Die berühmten Waffen der Immerlande ~

RidilRidil

 

Ridil hat eine lange Geschichte und ihre Anfänge verlieren sich im Dunkel der Zeit. Manche sagen, dass das Schwert aus der Schmiede des berühmten Mótsognir - jenes Zwergen, welcher das Geheimnis des Stahls zu den Zentauren des Südens brachte - stammt und eines seiner Meisterstücke ist. Andere behaupten, es stamme aus der Esse Dimaschqs, eines Fro'gar Meisterschmiedes, der im Unterreich fiel. Andere Legenden hingegen künden davon, Sil selbst habe Ridil in der Gestalt Reginns, eines mythischen Meisterschmiedes und Gestalt zahlreicher zwergischer Lieder, Legenden und Sagen, geschmiedet. Reginn, so erzählt die bekannteste Legende Ridils, soll die Klinge im Feuer des Weltenbaumes geschmiedet haben, als die verdorbenen Drachen ihn mit ihrem Feuer niederbrannten, und den noch glühenden Stahl dann im Blut des im Krieg der Geißel erschlagenen Drachen Nhayx'xylhor Kaltherz gehärtet haben. Was der Wahrheit entspricht, weiß heute niemand mehr – und auch die Gelehrten, Priester und Meisterschmiede, die das Schwert in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder einmal in Augenschein nahmen, konnten bisher keine befriedigende Antwort auf diese Fragen finden. Zweifellos ist Ridil eine ganz besondere und eine heilige Waffe, und zählt zu den besten Schwertern, die je auf Rohas weitem Rund gefertigt wurden… wer auch immer einst der Schöpfer war.


Der erste Träger dieses Schwertes war Caírlenn Windtänzer, ein zentaurischer Krieger und legendärer Gründer des Ordens von Rhú Binoen. Die Zentauren erzählen sich noch heute, wie Reginn der Zwergenschmied, der in Wahrheit niemand anderes war als Sil selbst, Caírlenn die Waffe für seine Verdienste im Krieg der Geißel übergab. Caírlenn war es, der im Jahr 150 des Vierten Zeitalters die Festung von Rhú Binoen errichten ließ - und so lange sie bestand, ging Ridil von der Hand eines Großmeisters dieses Wächterordens in die des nächsten über. So kam es, dass das Schwert mehr als zweitausendfünfhundert Jahre lang die Waffe des Herren von Rhú Binoen war und unzählige Dämonen, Schattenwesen und Diener der Finsternis fanden durch Ridil ein Ende.  


Nach dem Massaker von Najm, als Rhú Binoen fiel, brachte der einzige Überlebende des Ordens die Klinge nach Qum'Ran, wo sie als Opfergabe und zum Gedenken der Gefallenen dem Sithechtempel übergeben wurde. So gelangte die Klinge entweder noch während oder kurz nach dem Fall des Imperiums von Ûr schließlich in die Hände des Siebten Blutordens, dem der sithechtreuen Rabani. Diese Sithechjünger hatten den Sterblichen bis zum Fall Qum Rans im Großen Krieg gegen die Horden der Finsternis beigestanden, doch als die Stadt aufgegeben werden musste, verloren auch die Rabani ihre Domäne im Sithechtempel von Qum'Ran und mussten nach Norden fliehen. Der Rabenorden weihte Ridil zu Beginn des Fünften Zeitalters Sithech, seinem Erlöser und dem Herren über Tod und Winter. Seither wird die Klinge vom "Ritter der Schwerter" des Siebten Blutordens im Kampf gegen Munduskinder, Schattenwesen und finstere Mächte getragen.


Ridil ist ein vergleichsweise schlank und anmutig wirkendes Bastardschwert oder Anderthalbhänder von etwa 1,35 Schritt Länge mit einer fast drei Finger breiten Klinge. Knauf, Heft, Parierstangen und Angel sind sehr schlicht gehalten und grau - nur der tropfenförmige Knauf des Schwertgriffes wird von mehreren kleinen Karneolen geziert. Die massiven, geschwungenen Parierstangen bestehen aus wundervoll ineinander verdrehten Strängen von Damast- oder Zwergenstahl, doch das Material der Klinge gibt bis heute Rätsel auf, denn sie scheint aus keinem bekannten Metall der Immerlande zu bestehen. Man vermutet jedoch, es sei aus einem seltenen Sterneneisen gefertigt worden, dessen Vorkommen entweder mit der Erschaffung Ridils oder aber durch die großen Zerstörungen und Umwälzungen des Südens am Ende des Vierten Zeitalters erschöpft wurden. In Knauf und Heft Ridils verbirgt sich ein weiteres ungelöstes Geheimnis - dreht man den Knauf heraus, stellt man fest, dass es sich bei ihm um die Reide eines großen, altertümlich aussehenden Schlüssels handelt, der sich im hohlen Inneren des Schwertgriffes verbirgt - doch welches Schloss er aufsperren mag weiß heute niemand mehr, auch wenn man annimmt, er gehöre zu irgendeiner Tür in Rhú Binoen, jener geheimnisvollen Festung, die alle zwölf Jahre zur Sommersonnenwende im Sand der Wüste Lebensend erscheint, bevölkert von den ruhelosen Geistern lange vergessener Zentaurenkrieger.
 

Da das Schwert Sithech geweiht wurde, ist es eine heilige Waffe und vermag allerlei Untotengezücht und widernatürliche Kreaturen der Finsternis und der Dunkelheit nicht nur zu verwunden, sondern auch zu töten. Es verleiht seinem Träger zudem Immunität gegen Chaosmagie. Heute, im Fünften Zeitalter, ist Ridil im Besitz des Sithechjüngers Kalam Chelain, seines Zeichens Ritter der Schwerter des Siebten Ordens des Blutes.

 

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Der Schlüssel im Schwertgriff

 

 

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