~ Die Hallen der Vergessenen ~

 

Die dritte Ebene der Hölle


Nur Geister irren hier umher
sie heulen ihre ewige Klage
einsam, weinend, schauernd, schwer
und warten auf die letzten Tage.

Aus "Schallend singt die traurige Schar" des Dichters Lomo von Serathie, Fünftes Zeitalter

 

Die Hallen der Vergessenen sind der Legende nach die dritte Ebene der Hölle. Manche Gelehrte sind sich uneinig, ob das Reich des Dunklen tatsächlich nicht erst hier beginnt. Einige sind der festen Überzeugung, auch das Unterreich und die Schattenlande würden dazuzählen, andere halten an der Theorie fest, dass erstgenanntes und die erste Ebene der Hölle eine reine Nebenerscheinung seines eigentlichen Schaffens gewesen seien. Alle aber sind sie sich einig, dass die Halle der Vergessenen der symbolische Beginn des Palastes des Namenlosen darstellt.

Aus der Schwärze des Schattenlands gibt es nur einen bekannten Zugang zu diesen Hallen. Durch ein riesiges Tor aus einem seltsamen Metall, das nicht einmal die Fro'gar oder Schlangenelben kennen. Es strahlt beständig sengende Hitze aus und glüht wie flüssiges Magma. Der Rundbogen verändert immerzu seine Form, ist ständig in Bewegung und unruhig, wie die Finsternis,  die ihn einhüllt. Und es gibt ihn nur im Reich der Schatten, denn es ist ein Weg ohne Rückkehr.

Die Hallen der Vergessenen sind ein Ort ohne Grenzen, eine unendliche Aneinanderreihung von riesigen Höhlen, gefüllt mit nichts außer grauer Leere, nur begrenzt durch Boden und Mauern aus bleichen Quadern und durchzogen von pechschwarzen, quadratischen Säulen, die sich der Hallendecke entgegen stemmen. Diese liegt soweit über dem Boden, dass man sie nicht mehr sehen kann. Jede Säule ist an ihren vier Seiten mit einer Fackel ausgestattet, sodass die Hallen der Vergessenen im Bodenbereich düster beleuchtet sind. Es dauert Tage, eine einzige dieser Hallen zu durchqueren, nur um ein einfaches Holztor zur nächsten zu erreichen. Hier sollen sich in einer fernen Zukunft wieder die unzähligen unheiligen Legionen versammeln und zur Heerschau antreten, vorausgesetzt der Dunkle sollte je wieder aus seinem Schlaf erwachen.

Bis dahin sind die Hallen der Vergessenen die Heimat einiger Dämonen mittleren Ranges und der Geister, die von Sithech abgewiesen und verdammt wurden und für die es keine Sühne mehr gibt. Niemand soll behaupten, dass es Sithech leicht falle, ein Wesen in die ewige Verdammnis zu schicken, doch verhandelt er nicht und bleibt unnachgiebig. Ihr Fluch ist es, in den Hallen umher zu streifen, ohne Zeit, ohne Freund, ohne Sinn. Jeder Schritt nach vorne ist einer zurück, denn sie versuchen beständig einen Ausweg zu finden und müssen doch scheitern. Ob sie dort bleiben bis die Welt sich wandelt oder Sithech sie eines Tages zu sich zurückholt und ihr Schicksal ändert, ist nicht bekannt, doch ist allein die Vorstellung, eines Tages hier zu enden für alle Bewohner Rohas so bedrückend und furchteinflößend, dass die meisten sich bemühen, ein halbwegs anständiges Leben zu führen.

 

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