~ Die Naturgeister und Totemgeister der Immerlande ~

 

Die Naturgeister


Mit zu den ersten Wesen, welche die Schöpfung der Götter hervorgebracht hat, gehören die Geister der Natur. Ihrer gibt es unzählige, von dem kleinen Uaine, einem unscheinbaren Wiesengeist, über die unheimlichen Druden, die geheimnisvollen Flussnymphen und Berggeister bis hin zu den vier mächtigen Seelen der Elemente: Die Nereiden verkörpern die Gewässer, die Dryaden die Erde und den Wald, die Sylphen die Winde und die Dschinni das unberechenbare Feuer.


Sie leben meist unbemerkt von den Völkern in Wildnis und Natur, wo sie Ealaras Schöpfung bewahren, die Grüne Weltenmutter bei dem Lauf der Jahreszeiten unterstützen, alle Pflanzen und Tiere, vom kleinsten Käfer bis zum mächtigen Mammut, vom Kräutlein am Wegesrand bis zum uralten Baumriesen, behüten, und sich stets um das Gleichgewicht der Dinge bemühen. Alles Wiedernatürliche und Finstere, Dunkle und Böse wird von ihnen abgelehnt und abgewehrt, was sie nicht nur zu Wächtern der Natur, sondern auch Verbündeten der Druiden, Waldläufer und Schattenjäger macht. Doch besonders jenen Schamanen, die dem Pfad der Geister folgen, sind sie gewogen und stehen ihnen meist zur Seite.


Naturgeister haben einen eigenen Willen. So sind nur dann für andere zu sehen, wenn sie das auch wünschen und können selbst entscheiden, ob sie dem Ruf eines Schamanen Folge leisten wollen oder nicht. Manche von ihnen, vor allem besonders alte und mächtige Naturgeister, sollte man jedoch tunlichst in Ruhe lassen und nicht gegen sich aufbringen, indem man ihre Ruhe stört, ihr Zuhause schändet oder sie gar beleidigt. Einige sind sogar weithin mit eigenem Namen bekannt, zum Beispiel Dowadiru, ein Dschinn in Azurien, der mit Reisenden auf der Straße von Harkan’nar nach Er-Rheris gern üble Scherze treibt oder Bateia, jene Nymphe des Abhaínnban in den Drachenlanden, die Iain Faodar vor Eifersucht in einen Felsen verwandelte.

 

Die alten Elementgeister
 
Dschinni
Nereiden
Sylphen



Die Totemgeister


Unter den Geistern der Immerlande wandeln auch die Totems, die mächtigen Tierseelen. Sie entstanden zu einer Zeit, als die ersten Völker begannen die Welt zu durchwandern und ihre Heimat zurückließen. Damals rief Tapio der Bärenkönig, Archon der Anukis, in die Welt: Er rief in die Luft, in die Wälder, in die Steppen, in die Wüste, in die tiefen Wasser und in die Berge und Höhlen. Sein lauter Ruf wurde von acht der großen Tiergeistern erhört und auf den Weg zu ihm machten sich die Geister des Hirschs, des Wolfs, des Raben, der Echse, des Frosches, des Schmetterlings, der Spinne und des Fisches. Diese großen Tiergeister lauschten Tapios Worten, die da lauteten: „Ziehet aus und erwecket weitere Totems, um die Völker auf ihren langen Wanderungen und in der Fremde beizustehen. Seid ihnen Freund und Helfer in schweren Zeiten, denn diese werden kommen!“


Die Geister von Hirsch, Wolf, Rabe, Echse, Frosch, Schmetterling, Spinne und Fisch zogen los in die Welt und verbreiteten Tapios Gebot. Über die Jahrhunderte folgten viele Tiere seinem Ruf, weshalb es heute, im Fünften Zeitalter, viele Totemgeister gibt. Welche von ihnen in einem Volk bekannt und verbreitet sind, ist von Land zu Land unterschiedlich, da die Menschen natürlich nur die Tiere kennen, mit denen sie Heimat und Umwelt teilen. Dabei sucht sich ein Totemgeist seinen Träger meist schon in jungen Jahren aus, doch eine wirkliche Verbindung kann erst durch einen Schamanen mittels eines Rituals geschaffen werden. In manchen Völkern erhält ein Heranwachsender nach dem Ritual noch ein besonderes Amulett, das die Bindung zu seinem Totem schützen soll. Persönliche Totemgeister können angerufen werden und ihren Trägern in schwierigen Zeiten beistehen. Die Schamanen glauben, dass alle Kinder Ealaras ein Totem besitzen, doch einige Völker sich über die Jahrhunderte von den alten Wegen abgewandt haben und daher keine tiefe Bindung mehr zur Welt der Tiere besitzen.


In vielen Völkern gibt es zu den persönlichen Tiergeistern auch noch Stammestotems, die für den ganzen Stamm von großer Bedeutung sind. Um sie ranken sich meist uralte Geschichten, wie ein bestimmtes Totem zum Stamm gefunden hat. Das Abbild der Stammestotems wird häufig zum Schutz oder als Zeichen der Verehrung auf vielen alltäglichen Gegenständen angebracht und auch Neugeborenen wird ein Abbild auf die Stirn gemalt, um sie als neues Mitglied willkommen zu heißen. Der Pfad der Totems ist einer der fünf Pfade des Schamanismus. Ein Schamane, der auf diesem Pfad wandelt, kann sich der Kräfte der Totemgeister bedienen.

 

Die acht großen Totemgeister
 
Der Geist des Ersten Hirsches
Der Geist des Ersten Wolfes
Der Geist des Ersten Raben
Der Geist der Ersten Echse
Der Geist des Ersten Frosches
Der Geist des Ersten Schmetterlings
Der Geist der Ersten Spinne
Der Geist des Ersten Fisches