~ Von den Büchern der Immerlande ~

 

Heutzutage gibt es auf Roha mehr Bücher als je jemand zählen könnte, obwohl sie so wertvoll sind und, selbst wenn der neumodische Buchdruck zum Einsatz kommt, nur unter großem Zeitaufwand gefertigt werden können. Doch über die Jahrhunderte hinweg wurde nicht nur eine Unmenge von Wissen angehäuft und überliefert, sondern es wurden - vor allem im Fünften Zeitalter - auch große Anstrengungen unternommen, all die Erkenntnisse und Errungenschaften vergangener Zeiten und Generationen zusammenzutragen, sie schriftlich festzuhalten und so zu bewahren.


Langsam, aber beständig wird dieser Schatz an Erfahrung immer weiter wachsen, vor allem dadurch, dass Tempel und Obrigkeiten oder andere wichtige Institutionen das Bücherwesen allgemein eher fördern und alte Werke durch fleißiges Kopieren zu erhalten suchen. Doch es gibt einige Schriften, die schon seit langem für viele Völker von Bedeutung sind und das wird wohl auch in Zukunft so bleiben. Einige der anerkanntesten und berühmtesten dieser Werke sind folgende:

 

~ Religiöse Werke ~

Das Buch der Worte

In diesem einzigartigen Werk sind die Gebote der zwölf Götter niedergeschrieben, wie das Große Konzil von Sûrmera sie dereinst zusammentrug. Das Buch der Worte und seine zahllosen Abschriften legen somit die Grundlage für den Glauben und Klerus der Zwölf Mächte der Immerlande. Viele Priester können den Inhalt des Buchs der Worte von Anfang bis Ende rezitieren, doch die wichtigsten Mythen und Geschichten über die Zwölf kennt in den meisten Ländern ohnehin jedes Kind. Es ist ein kultureller Schatz, der über nahezu alle Ländergrenzen hinweg bekannt ist und demensprechend viele Künstler und Buchmaler haben schon wundersame Illustrationen sowohl für das Original, als auch für die zahllosen Abschriften dieser Texte angefertigt. Sie wurden mit den unglaublichsten Steinen verziert und sind dadurch teilweise wertvoller als Bilder und Statuen der berühmtesten Maler und Bildhauer. Das älteste und kostbarste Exemplar des Buches der Worte, eben jenes, das in Sûrmera im Jahr 2100 des Vierten Zeitalters verfasst wurde, konnte beim Untergang Qum’Rans der Prächtigen gerettet werden und befindet sich heute in der Obhut der Faêyristempler von Ildala.




~ Historische Werke ~

Die historische Entwicklung der Immerlande mit all ihren Irrungen und Wirrungen hat diverse Gelehrte dazu inspiriert, Fakten über sie zu sammeln.

Die Geschichte der Immerlande


Dieses umfangreiche Werk muss irgendwann im Laufe des Vierten Zeitalters begonnen worden sein, doch von wem ist ein Rätsel. Es stellt den Versuch dar, so viel über die Geschichte der Immerlande zusammen zu tragen, wie möglich. Allerdings besteht dieses Buch gerade was die ersten zwei Zeitalter betrifft, vorrangig aus Sagen und Legenden, und ist somit nicht sehr wissenschaftlich. Auch sind vor allem die Daten der großen Zivilisationen zu finden, historisch bedeutsame Daten der meisten naturnah lebenden Völker sind nicht verzeichnet. Doch zumindest die wichtigsten Ereignisse des vierten Jahrhunderts sind relativ zuverlässig, besonders was das Imperium von Ûr anbelangt. Dieses Werk wird bis zum heutigen Tag an der Bibliothek von Talyra behütet und immer weiter fortgeschrieben und überarbeitet.

 

Das Weiße Buch von Kap Taret


Bei diesem Buch handelt es sich wohl um das ausführlichste und umfangreichste Werk über das Wirken der Dracayrens. Dabei steht aber nicht die Ahnentafel im Vordergrund, sondern was die Drachenkönige im Laufe ihres Lebens und ihrer Regentschaft im Guten und Schlechten vollbracht haben. Dieses Werk befindet sich in der großen Bibliothek von Kap Taret, die neben den Archiven des Sturmschwerterordens wohl die umfangreichste Sammlung von Büchern über das Drachengeschlecht besitzt und dafür auch über die Ländergrenzen hinweg bekannt ist. Dabei ist "Das Weiße Buch von Kap Taret" wohl eins der Werke, auf das die Bibliothek am stolzesten ist.




~ Naturwissenschaftliche Werke ~

Zu dem Kosmos und der Geographie der Immerlande gibt es jeweils ein Werk, das auf einem Großteil des Kontinents besonders geachtet wird. Daneben haben die meisten Völker noch eigene Werke und Karten, die die für sie bedeutsamsten Bereiche beider Wissenschaften genauer und ausführlicher festhalten, als die großen Sammlungen es könnten.



Das Große Kompendium der Sterne


Dieses Werk wurde von dem berühmten imperialen Gelehrten Sualo'kin Sukinrepok aus Kait Bey verfasst, einem der wohl bekanntesten Sternenkundigen der Menschen. Er lernte, lehrte und forschte in einer der berühmten Sternwarten des Mondfallgebirges, doch sein umfangreiches Kompendium ist im Grunde eine Zusammenfassung alter zentaurischer Erkenntnisse und eigener wissenschaftlicher Beobachtungen des Sternenkundlers. Sein Werk ist vor allem daher von so großer Bedeutung für alle, die sich mit Astrologie und Astronomie befassen, weil er die Schriften der Zentauren übersetzte und ihr Wissen so den anderen Völkern zugänglich machte. Er beschreibt in seinem Buch ausführlich die Sternzeichen und ihre Bedeutung und alle der auch heute, im Fünften Zeitalter, bekannten Sternbilder – wann sie wo auf Roha zu sehen sind, ihre Bewegungen oder ihren Stillstand und ihre Bedeutsamkeit. Abgesehen davon benannte er selbst zahllose Sterne des Südhimmels.



Der Große Atlas der Immerlande


Die bisher größte und umfangreichste Kartensammlung der Immerlande wurde von den beiden Kartographen Fáelán Ó Bradáin und Leir Ó Broin in jahrelanger Arbeit aufgezeichnet und zusammengetragen. Der Atlas gilt als eines der genauesten Kartenwerke des Kontinents – obwohl es auch in ihm noch zahlreiche schwarzer Stellen und blinde Flecken gibt. Gut kartiert sind darauf vor allem die Rhaín-, die Herz- und Drachenlande, doch für den Süden, den Dunkelwald und andere entlegene Gebiete sind sämtliche Karten bestenfalls vage, während man von kaum erforschten Wüsten und Wildnissen noch weniger weiß und daher höchstens ungefähre Lage, Ausdehnung und Grenzverläufe verzeichnen konnte. Kaum eine Küstenlinie der Immerlande ist bisher genau und akkurat kartiert, auch die endlosen Wälder Immerfrosts und das Grüne Herz sowie die Weiten der östlichen Steppen dürften noch alles andere als genau erfasst und vermessen sein.


Natürlich gibt es in einigen Ländern inzwischen auch recht gute und genau Karten, die sich jedoch meist nur mit der näheren Umgebung befassen und noch nicht in einen exemplarischen Atlas aufgenommen wurden. Allerdings ist die Kartographie eine Wissenschaft, mit der sich seit einigen Jahren sehr eingehend beschäftigt wird, ein neues, großes Kartenwerk wird also in naher Zukunft wohl dem Werk Ó Bradáins und Ó Broins seinen Ruf streitig machen.



Die Schätze Rohas


Dieser etwas ungewöhnliche Name betitelt ein Buch, das sich im ersten Teil mit all den Bodenschätzen beschäftigt, die die Immerlande zu bieten haben. Dort finden sich Beschreibungen der verschiedenen Metalle, Halbmetalle und anderer Bodenschätze, sowie ihrer Fundorte und Gewinnung oder Verarbeitung. Allerdings beinhaltet das Buch auch einen zweiten Teil, in dem es um Sagen und Legenden rund um die abbaubaren Stoffe aus den Tiefen des Erdreichs geht. Bei dem Autor ist das allerdings nicht weiter verwunderlich: Hereweald af Sibja war nicht nur Forscher, sondern auch Philosoph, der sich viele Gedanken über das Wirken Sils und die Entstehung aller Stoffe machte, die aus dem Leib Rohas gewonnen werden können.


~ Werke über die Tier- und Pflanzenwelt ~

Insgesamt vier berühmte Werke beschäftigen sich mit der Tier- und Pflanzenwelt der Immerlande, jedes mit anderem Schwerpunkt. Neben ihnen gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Bücher mit ähnlichem Inhalt, die nicht über viele Ländergrenzen hinweg bekannt sind.

 

Almanach der Nutztiere

In diesem bekannten immerfroster Werk ist eine Sammlung all der Nutztiere zu finden, von denen die Autoren und Abenteurer Peeri Haiminen und Aonghus Macintyre etwas in Erfahrung bringen konnten. Sie reisten dafür kreuz und quer über den Kontinent, redeten mit unzähligen Züchtern, Händlern und Karawanenführern und trugen so auch Wissen über exotisches und fremdländisches Nutzvieh zusammen, von dem zuvor noch nie jemand etwas gehört hatte. Nicht alles mag vollkommen zutreffend sein, doch das meiste ist richtig und für viele Bewohner der Immerlande sehr hilfreich, vor allem, wenn sie bisher unbekannte Gegenden bereisen. Darin finden sich Steckbriefe mit Bildern der Nutztiere und genaue Beschreibungen der Verarbeitung ihrer Produkte. So sind darin eine Unmenge an Woll-, Leder-, Horn-, Fell- und Pelzbeschreibungen zu finden, in denen auch genau erklärt wird, wie sie zu verwenden sind. Seit das Buch niedergeschrieben wurde, sind schon viele Jahrzehnte vergangen und der Almanach wurde bereits diverse Male erweitert.

 

Anukis Schöpfung


Noch recht jung ist die Sammlung "Anukis Schöpfung", die sich in der Struktur grundsätzlich an dem älteren Almanach der Nutztiere anlehnt, jedoch das hehre Ziel verfolgt, alle bekannten Tiere des Kontinents zu beschreiben und mit Bildern zu versehen, sowie unbekannte Arten zu entdecken. Die Produkte und Erzeugnisse der Tiere stehen dabei im Hintergrund, dafür ist umso wichtiger, ob sie essbar oder aber gefährlich sind. Zusammengetragen wurde die Sammlung von einer Gruppe Gelehrter und Naturforscher unter der Führung von Tearlach MacDaruin, die von Talyra in alle Himmelsrichtungen auszog. Erst nach Jahrzehnten trafen die meisten von ihnen wieder aufeinander, hatten sich wilde Geschichten von den hintersten Winkeln des Kontinents erzählen und schufen im Jahr 502 F.Z. dieses entscheidende Werk. Doch noch am heutigen Tag werden immer wieder Anmerkungen und Beschreibungen verändert und angepasst, sodass es mittlerweile an vielen Bibliotheken verschiedene Formen dieses Buches zu finden sind.

 

Kanon der Nutzpflanzen


Wie sein Titel schon verrät, sind im Kanon der Nutzpflanzen eben diese aufgeführt. Dabei gibt es eine Unterteilung in verschiedene Bereiche der Anwendbarkeit wie als Heilmittel, Giftmittel, Gewürze, Pflanzen zum Färben, zur Anregung, zur Herstellung von Seide oder Papier, als Brennstoff oder zur Herstellung von Waffen. Es ist ein gigantisches Werk, das immer weiter wächst, wann immer ein Kräuterkundiger oder Geologe eine neue Art beschreibt und wie sie anzuwenden ist. Es gibt Abschriften in den meisten Stadtbibliotheken und das Werk wird genauso von dem kleinen Gärtner wie vom Heilkundigen oder Alchemisten zu Rate gezogen. Es zählt wohl zu den am meisten kopierten Büchern der Immerlande.

 

Insekten der Immerlande


Eins der wohl merkwürdigsten Bücher der Immerlande stammt aus der Feder von Fahim Ibn Basir. Er war ein Naturforscher aus einer reichen Familie, der am Anfang des Fünften Zeitalters lebte und die Immerlande bereiste. Dabei interessierte er sich hauptsächlich für all die Insekten, die sowohl Schädlinge sein können, als auch Hilfe für die Völker darstellen können und beschrieb sie so ausführlich wie möglich, häufig hielt er sie sogar in Zeichnungen fest. Zu Lebzeiten wurde der Azurianer für seinen Forschungseifer belächelt, den er sogar mit dem Leben bezahlte, denn von seiner letzten Reise in Richtung der Sommerinsel kehrte er nie zurück. Es wird davon ausgegangen, dass er irgendwo in den Dschungeln dieser lebensfeindlichen Gebiete umgekommen ist, auch wenn sich hartnäckig das Gerücht hält, er habe sich dort einem fremdartigen Volk angeschlossen.



~ Werke über die Arkane Magie ~

Die arkane Magie ist in den Immerlanden sehr weit verbreitet und die Gesellschaft der Magier meist sehr gelehrt, daher verwundert es nicht, dass es einige Werke zu dem Thema gibt. Die allerwichtigsten sind folgende:

 

Das Buch der Elemente


Eins der für die Magier bedeutsamsten Werke ist das Buch der Elemente, denn in ihm sind die wichtigsten und bekanntesten Zauber aller Elemente aufgeführt. Es beinhaltet somit das Buch der Erde, das Buch des Feuers, das Buch des Wassers, das Buch der Luft und das Buch der Energie. Die meisten Magier besitzen eine Abschrift des Buches ihres Elements, als Hilfsmittel zum Erlernen neuer Zaubersprüche. Doch nur zusammen geben die Sprüche die Gesamtheit der arkanen Magie wieder. In jeder Arkana und vielen Bibliotheken gibt es eine ganze Reihe an Abschriften dieses Werkes, doch auch jede Schule für arkane Magie, die etwas auf sich hält, besitzt ein Exemplar.

 

Der Codex Arkana


Dieser äußerst umfangreiche und an vielen Stellen langatmige Codex stellt das Bollwerk der arkanen Gesellschaft dar. Alles, was die arkanen Magier betrifft, ist in diesem Werk zu finden und es wurde in der Absicht geschrieben, unter ihnen für Recht und Ordnung zu sorgen. Es ist zugleich Regelwerk und Gesetzbuch und liefert letztlich für jedes Problem eine Antwort. Nach diesem Codex werden Hexer, Zauberer und Magier, die sich etwas haben zuschulden kommen lassen, verurteilt oder freigesprochen, ganz wie es geschrieben steht. Von besonderer Wichtigkeit ist der Codex Magica dabei für die Vollstrecker, damit sie ihrer Berufung nachgehen können. Was immer der Hohe Magische Rat auf der Djeremajah beschließt und im Codex niederschreiben lässt, erscheint durch das besondere Papier dieses einzigartigen Buches wie von Geisterhand auch in allen Abschriften und Kopien, ganz gleich wo und in wessen Hand sie sich auf den Immerlanden befinden.

 

Die Macht der rohen arkanen Kräfte


Bei diesem Werk handelt es sich um die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Magie der Hexer. Geschrieben wurde es von Tuomas Hykinen, der selbst an der Schwelle stand vom Hexer zum Gebrannten zu werden und zwar gerettet werden konnte, aber schwere körperliche Schäden davontrug. In "Die Macht der rohen arkanen Kräfte" versuchte er im ersten Teil seine eigenen Erfahrungen mit denen anderer zu verknüpfen und dadurch die Hintergründe zu beleuchten, warum manche Magiebegabte den Weg des Hexers wählen. Im zweiten Teil versuchte er die Geschichte des Hexertums in den Immerlanden festzuhalten, weshalb er nach alten Texten forschte. Bei diesen Forschungsreisen verstarb er, weshalb das Buch nie fertig gestellt wurde. Sowohl das Original des ersten Buches, als auch das Manuskript des zweiten befinden sich in der Bibliothek der Akademie zu Serathie, Abschriften gibt es auch in den anderen Arkanas – außer jener der Azadoura vermutlich - und ein paar wenigen großen Bibliotheken, wie etwa im Haus der Bücher von Talyra.



~ Wissenschaftliche Werke über die Heilkunde ~


Es gibt mehrere große Werke, von denen fast jeder Alchemisten und Heiler schon einmal etwas gehört hat und das sind diese:

Kompendium der Heilmagie und Heilkunde bei verschiedenen Völkern


Bei diesem Werk handelt es sich eher um eine Sammlung verschiedener Erfahrungsberichte, als um ein tatsächliches Kompendium. Begonnen wurde es der Legende nach von einem reisenden Koboldheiler, doch niemand weiß genau, wer er war und wie lange dies schon her ist. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kompendium immer wieder von erfahrenen Heilern ergänzt und erweitert, sodass es mittlerweile sehr umfangreich ist. Ob es aber jemals vollständig sein wird, ist fragwürdig. Jeder Anirani und viele Heilkundige bekommen dieses Standardwerk im Laufe ihrer Ausbildung zu lesen, um auf etwaige Herausforderungen vorbereitet zu sein.

 

Sammlung der heilenden Steine


In diesem kleinen Buch finden sich eine ausführliche Beschreibung und sehr detaillierte Bilder von all den Steinen, die eine heilende Wirkung besitzen. Außerdem sind dort genaue Anweisungen zu finden, wie sie zu verwenden und zu verarbeiten sind. Es ist ein bedeutsames Werk für alle Heilkundigen, Anirani und natürlich auch für die Alchemisten. Doch selbst für Edelsteinhändler und Schätzer kann es beim Festlegen von Preisen von Bedeutung sein, da sich dort auch Kriterien zur Unterscheidung der Edelsteine finden.

 

Der Almanach von Sechmeths Gaben


Es gibt kaum etwas, das ein Alchemist dringender braucht als eine zuverlässige Rezeptur und die hat der Almanach von Sechmeths Gaben mit Sicherheit zu bieten. Bis ins allerkleinste Detail haben die Giftmischer über Generationen hinweg ihr Wissen gesammelt und zusammengetragen. Es finden sich darin Aufzeichnungen von nahezu jedem berühmten Alchemisten und der Almanach wächst stetig weiter. Daher ist es auch so bedeutsam, dass nur wirklich vertrauensvolle und zuverlässige Personen eine Abschrift dieses Buches in die Finger bekommen dürfen.

 


~ Zurück ~